Hilfsangebote gegen häusliche Gewalt

Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen bietet Opfern von häuslicher Gewalt Hilfe, Zuflucht und Unterstützung an. Sie ist die erste Adresse für den letzten Ausweg.

Unsere Angebote

Daten und Fakten

Familiäre Gewalt findet dort statt, wo eigentlich der Ort für Geborgenheit, Liebe, Schutz und Sicherheit sein sollte. Aber gerade für Frauen und ihre Kinder sind die eigenen vier Wände ein gefährlicher Ort. Denn statistisch gesehen geht die Gefahr und Bedrohung sehr viel eher vom Partner und Lebensgefährten aus als von einem fremden Täter:

  • Über 90 Prozent der Opfer häuslicher Gewalt sind weiblich.
  • Circa zwei Drittel der Tötungsdelikte an Frauen sind Beziehungstaten.
  • In neun von zehn Fällen sind Töchter und Söhne der misshandelten Frauen Zeuginnen und Zeugen der Gewaltanwendung.
  • 94 Prozent der Jungen und 72 Prozent der Mädchen wiederholen die erlebten Opfer-Täterrollen als Erwachsene.
  • Darüber hinaus gilt: Wenn es Gewalt in der Familie gibt, besteht eine hohe Warscheinlichkeit, dass auch die Kinder unmittelbar Gewalt erfahren, misshandelt oder vernachlässigt werden.
  • Jede achte Frau erlebt Gewalt.
  • 63 Frauenhäuser gibt es in NRW
  • 45 000 Frauen gehen jährlich in ein Frauenhaus in Deutschland

Kinder und häusliche Gewalt

Auch wenn Kinder keine direkt gegen sie gerichtete Gewalt erleben, sind sie durch das Miterleben-Müssen der Misshandlung der Mutter ebenfalls Opfer.

Die betroffenen Kinder wachsen in einer Atmosphäre von Angst und Bedrohung auf. Sie berichten von überwältigender Furcht und Hilflosigkeit in erlebten Gewaltsituationen. Dies hat schwere, oft auch traumatische Folgen. Für die Kinder ist es mitunter so, als ob sie selbst misshandelt werden.

Trennt sich die Mutter vom Misshandler, zum Beispiel durch Flucht ins Frauenhaus, steht der Wunsch der Kinder nach Ruhe, Sicherheit und Schutz vor Gewalt an erster Stelle.

Kinder, die mit ihrer Mutter Schutz im Frauenhaus suchen, bedürfen einer besonderen individuellen und pädagogischen Unterstützung. Viele haben bereits als Kleinkind häufig Gewalt zwischen ihren wichtigsten Bezugspersonen erlebt. Folge: Der Aufbau von Grundvertrauen im engsten Umfeld misslingt.

Kinder erleben im Frauenhaus die Hilfe, die ihre Mutter erfährt, und können dadurch entlastet kindgerechte Angebote annehmen. Dies hilft bei der Rückkehr in ein kindgerechten Alltag.

Kinder brauchen sich dann für das Geschehene in der Familie nicht mehr verantwortlich zu fühlen. Sie dürfen wieder unbelastet Kind sein.