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Aachener*innen als Helfende, Mitwirkende und Teilnehmende auf dem Kirchentag in Nürnberg

Cool geblieben in vollen Hallen - Tolles Erlebnis für Jugendgruppen

Fünf Tage lang hat in Nürnberg und Fürth der 38. Deutsche Evangelische Kirchentag (DEKT) stattgefunden. 70.000 Menschen nahmen in dieser Zeit mit einem Ticket am Veranstaltungsprogramm teil. Für Ordnungsdienst, Besuchendenlenkung, Quartierbetreuung und Service waren mehr als 4.000 ehrenamtlich Helfende eingesetzt. "Der Kirchentag lebt. Wir sind wieder da", sagte Kirchentagspräsident Thomas de Maizière und zog eine positive Bilanz. "Wir sind wieder da", sagten aber auch viele Protestanten aus dem Kirchenkreis Aachen, die als Helfende, Mitwirkende und Teilnehmende nach Nürnberg gereist waren.

Viel Erfahrung mit dem "Zentrum Kirchenmusik"

Schon lange ist der alle zwei Jahre stattfindende Kirchentag ein fester Termin im Kalender von Pfarrer Oliver Joswig aus der Trinitatis-Kirchengemeinde Schleidener Tal. 1995 in Hamburg hatte er zum ersten Mal eine Hallenleitung, die inzwischen "Objektleitung heißt", inne. Oft leitet er inzwischen das "Zentrum Kirchenmusik", wie zuletzt 2019 in Dortmund auch in diesem Jahr in Nürnberg. Das Zentrum Kirchenmusik befand sich dort in der Gustav-Adolf-Gedächtniskirche und hatte etwa 500 Sitzplätze. "Der Kirchentag hat unserem Team wieder das 'Zentrum Kirchenmusik' gegeben, weil wir damit viel Erfahrung haben", sagt Pfarrer Joswig. Im Team wirken neben seiner Frau, Brigitte Vogel-Joswig, und seinem Kollegen Pfarrer Christoph Ude mehr als 30 Helfende aus der Gemeinde mit. Zuerst hätten sich nur 22 Personen gemeldet, erzählt Joswig, aber dann habe er noch mal verstärkt zum Mitmachen animiert und jetzt sei der Einsatz "eine tolle Sache für die Gemeindejugend". Nicht dabei im "Zentrum Kirchenmusik" ist in diesem Jahr allerdings erstmalig sein Sohn Thorge. Denn dieser ist inzwischen alt genug, eine eigene Objektleitung zu übernehmen.

Erste eigene Objektleitung und "volles Haus"

"Bei mir läuft es ziemlich gut", freut sich Thorge Joswig und blickt in die Christuskirche, in der gerade ein "Salbungsgottesdienst für liebende Paare" stattfindet. Der 21-Jährige nimmt an seinem vierten Kirchentag teil, und dabei auch schon zum vierten Mal als Helfer, zum ersten Mal als "Objektleiter". Einen besonderen Wunsch habe er nicht angegeben, sondern sich überraschen lassen, welchen Veranstaltungsort er vom Kirchentag zugeteilt bekomme, sagt Thorge. Die Christuskirche am Siemensplatz sei sehr gut besucht. "Besonders beim politischen Nachtgebet am Donnerstag mit Aimee von Baalen, einer Sprecherin der Letzten Generation, hatten wir volles Haus und noch eine Warteschlange", erzählt er. "Es gab aber keine Probleme. Von den uns zugeteilten Helfern erscheinen leider nicht alle verlässlich, aber insgesamt macht es Spaß und ich würde es wieder machen!"

170 Stände und knifflige Recherche-Aufgaben

Zum wiederholten Mal ist auch Max Duisberg als "Hallenleitung" auf dem Kirchentag aktiv, und bei ihm ist es dieses Mal tatsächlich eine "Halle", nämlich die Messe-Halle 9 auf dem "Markt der Möglichkeiten". 170 Stände sind dort aufgebaut, darunter ein sehr großer Bereich der Diakonie, unter anderem mit inklusivem Café und Rolli-Parcours, aber auch ein Themenschwerpunkt "Kirche mit Kindern" und viele Einzelangebote, zum Beispiel "Christen im Orient" oder der Stand einer Web-App für Jugend-Andachten. Am Info-Punkt der Hallenleitung ist immer viel Betrieb und die verschiedensten Fragen werden gestellt. Am häufigsten die Frage "Wo ist denn hier der Stand von ...", manchmal nach verlorenen oder gefundenen Gegenständen, aber auch Anliegen wie "Wo finde ich denn die Inge?" Max Duisberg promoviert derzeit an der RWTH Aachen in Arbeitswissenschaft und sieht seine Tätigkeit als "Aktiv-Urlaub", den er gleichzeitig mit den Inhalten seines Studienfachs verbinden kann. "Es ist eine Herausforderung, eine Woche lang so eine Event-Location zu wuppen mit Leuten, die man vorher noch nie getroffen hat", sagt der 30-Jährige. 

Mutmachende Geschichte über den Umgang mit der Depression

Eine Herausforderung könne es vielleicht auch sein, bei schönstem Sonnenschein und so vielen gleichzeitig stattfindenden Angeboten Menschen für das Thema Depression zu interessieren, dachte Pfarrer Joachim Leberecht aus Herzogenrath vor dem Kirchentag. Er stellte, musikalisch unterstützt von seiner Frau Vera Leberecht, die Erzählung "Wie ich mit meiner Depression Kaffee trinken ging" vor, die der Autor Franz Essing selbst vortrug. Tatsächlich erwies der Programmpunkt sich aber als Publikumsmagnet und der Heilig-Geist-Saal in der Innenstadt, ganz in der Nähe des Hauptmarkts, war am Freitag und Samstag zweimal voll besetzt. Er selbst habe schon seit seinem Studium mit Depressionen zu tun und habe Wege gefunden, damit umzugehen, sagte Pfarrer Leberecht. Und an Autor Franz Essing gerichtet: "Als ich dann deine mutmachende Geschichte gehört habe, fand ich sie so toll, dass ich sie veröffentlichen wollte." In der Erzählung schildert Essing auf nüchterne, aber auch humorvolle Art, wie es ihm gelang, das "Ungeheuer" Depression zu zähmen und sich nicht von ihm überwältigen zu lassen.

Viel Abwechslung bei Angeboten für Jugendliche

Munter und vergnügt wirkten auf dem Kirchentag die beiden Jugendgruppen aus Herzogenrath und Aachen, die mit einem der beiden vom Kirchenkreis organisierten Reisebusse nach Nürnberg gekommen waren und dort im Gemeinschaftsquartier "Aachener Schule" übernachteten. Alle nahmen am Eröffnungs- und am Abschlussgottesdienst teil, nutzten die vielen Angebote im Zentrum Jugend und im Zentrum Spiel, feierten den Jugend-Gottesdienst der Trinationalen Partnerschaft Aachen-Humbang Habinsaran-Kaskazini A mit und schauten sich die abwechslungsreichen Stände auf dem Markt der Möglichkeiten an, machten aber auch eigene Unternehmungen.

Im Zukunftsmuseum vom Roboter auf Englisch gesegnet

"Meine Gruppe von neun gerade Konfirmierten aus allen drei Herzogenrather Bereichen hatte sehr viel Spaß auf dem Kirchentag", sagte Jugendreferentin Dorothea Schui. "Beeindruckend war für sie zum Beispiel die Aktion '3 Minuten blind sein' der Blindenmission auf dem Markt der Möglichkeiten. Und das Zukunftsmuseum in Nürnberg, das wir auch besucht haben, hat ihnen so gut gefallen, dass wir tatsächlich vier Stunden dort geblieben sind. Das war eins der Highlights unserer Fahrt." Im Zukunftsmuseum bedienten die Herzogenrather Jugendlichen unter anderem einen "Segensroboter". Je nach gewähltem Thema gab er ihnen unterschiedliche Segenssprüche in verschiedenen Sprachen mit - was die Gruppe zu einer Diskussion darüber veranlasste, was eigentlich einen "Segen" ausmacht und ob man sich von einer Maschine überhaupt gesegnet fühlen könne.

Zehn Jugendliche aus der Aachener Auferstehungskirche waren auf dem Kirchentag mit den Jugendreferentinnen Britta Goerke und Tina Pütz unterwegs. "Die Gruppe hat schön harmoniert und alle haben sich gut verstanden", berichtete Britta Goerke. Besonders war für diese Gruppe wohl die Begegnung mit einer geflüchteten Frau aus der Ukraine, mit der sie in der Nürnberger U-Bahn durch eine Glasscheibe hinweg ins Gespräch kamen und sich mittels Übersetzungs-App auf den Handys unterhielten.

Nächster Kirchentag 2025 in Hannover

Die Jugendlichen dieser Gruppen, alle anderen Mitreisenden, Mitwirkenden und Helfenden sind nach Abschluss des Kirchentages nun nach Hannover eingeladen. Das Großereignis wird dort von Mittwoch, 30. April, bis Sonntag, 4. Mai 2025 stattfinden. Ausnahmsweise liegt es damit nicht über den Feiertag Fronleichnam, sondern über den 1. Mai. In Hannover wurde der Kirchentag als große Laienbewegung im Jahr 1949 gegründet und fand dort auch das erste Mal statt. Insgesamt gastiert der Kirchentag seitdem zum fünften Mal in der niedersächsischen Landeshauptstadt. Für 2027 gibt es eine Einladung nach Düsseldorf. Nach Aachen wird der Deutsche Evangelische Kirchentag wohl leider nie kommen. Die Stadt gilt - trotz ihrer Erfahrung als Ausrichterin von renommierten Veranstaltungen wie CHIO und Heiligtumsfahrt - als Gastgeberin für den Kirchentag als zu klein.

(Text: C. Braun / Kirchenkreis Aachen)

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