17.01.2020

EKiR-Landessynode 2020: Aachener Superintendent Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff leitete mehrere Tagesordnungspunkte

Delegierte aus dem Kirchenkreis Aachen fassen wichtige Beschlüsse mit - Aktuelle Themen unter anderem Schutz vor sexualisierter Gewalt, Seenotrettung und Diakonie

Nach fünftägigen Beratungen ist am Donnerstag die Landessynode der Evangelischen Kirche im Rheinland (EKiR) zu Ende gegangen. Bei der Tagung in Bad Neuenahr entschieden die 206 stimmberechtigten Abgeordneten aus den 37 Kirchenkreisen der EKiR über eine Reihe von Vorlagen und Kirchengesetzen und diskutierten aktuelle Themen. Unter ihnen waren auch vier Landessynodale aus dem Evangelischen Kirchenkreis Aachen: Superintendent Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff, Pfarrer Guntram Schindel, Dr. Matthias Quarch und Susanne Degenhardt.

Häufiger als in den vergangenen Jahren für Synoden-Leitung zuständig

Als dienstältestem Superintendenten der rheinischen Landeskirche kam dem Aachener Superintendenten Bruckhoff eine besondere Rolle zu. Er leitete nicht nur die Aussprache zum Bericht des Präses über die bedeutsamen Ereignisse des vergangenen Jahres, sondern auch die Tagesordnungspunkte, bei denen es um die Probleme mit der laufenden Umstellung der Finanzsoftware für die gesamte Landeskirche ging. Außerdem sprach er zum Ende der letzten Plenarsitzung ein Schlusswort. Damit war Superintendent Bruckhoff häufiger als in den vergangenen Jahren für die Leitung der Synode zuständig. Denn laut Kirchenordnung übernimmt der dienstälteste Superintendent die Leitung der Verhandlungen der Landesynode immer dann, wenn die Beratung oder Beschlussfassung das Leitungshandeln der Kirchenleitung als solches betrifft.

Aktueller Beschluss zur Software-Umstellung soll auch künftigen Großprojekten dienen

Unter der Leitung des Aachener Superintendenten votierte die Synode nun für einen Beschluss, der dazu beitragen soll, dass künftige Großprojekte in der Landeskirche effektiver, zuverlässiger und mit transparenterer Beteiligung der betroffenen Ebenen durchgeführt werden. Im Herbst vorigen Jahres hatte die Information hohe Wellen geschlagen, dass bei der Einführung einer neuen Finanzsoftware selbstverschuldete Mehrkosten von 3,4 Millionen Euro entstünden. Ein unabhängiger Prüfbericht analysierte daraufhin das Geschehene und listete jetzt Probleme und handwerkliche Fehler auf, kam aber zu dem Schluss, dass keine Hinweise auf Untreue, Bestechlichkeit oder sonstige strafrechtlichen Tatbestände vorliegen. „Ich nehme sehr wohl die Belastung, Irritation und den Ärger der Synode bei diesem Thema wahr“, sagte Superintendent Bruckhoff. „Ich hoffe, dass wir nun aber bei diesem Projekt wieder das Vertrauen der Kirchengemeinden und Kirchenkreise gewinnen können. Die Verwaltungen und die Verantwortlichen in den Gemeinden wie die Kirchmeister müssen sich bei solchen Großprojekten wieder auf die Landeskirche und die Kirchenleitung verlassen können! Dies wird nicht allein durch das jetzt beschlossene Papier geschehen, sondern wir setzen alles daran, in der Praxis besser zu werden.“

Alle Beschlüsse, Berichte und Videos im Internet abrufbar

Weitere wichtige Themen auf der Landessynode 2020 waren unter anderem der Beschluss eines Gesetzes gegen sexualisierte Gewalt im Wirkungskreis der Kirche, die Seenotrettung für Flüchtlinge an den EU-Außengrenzen, die Forderung nach einer Kindergrundsicherung und das Verhältnis zwischen Kirche und Diakonie. (Das Dokument „synode.info“ mit einer Zusammenfassung der wichtigsten Themen und Ergebnisse der Landessynode sowie alle weiteren Materialien zur Landessynode findet sich unter www.ekir.de/landessynode )

Vertiefung des christlich-jüdischen Gesprächs beschlossen

„Ich persönlich fand außerdem den Beschluss der rheinischen Kirche über ihr Verhältnis zum Judentum sehr wichtig und habe mit Freude das Grußwort von Abraham Lehrer vom Zentralrat der Juden gehört“, sagte Superintendent Bruckhoff. Die Landessynode hat anlässlich des Jubiläums 40 Jahre Synodalbeschluss „Zur Erneuerung des Verhältnisses von Christen und Juden“ ihr Ziel bekräftigt, das christlich-jüdische Gespräch im Bildungsbereich zu vertiefen, jüdisches Leben vor Ort besser kennenzulernen und Antisemitismus zu bekämpfen. Superintendent Bruckhoff: „Diese Ziele sind gerade angesichts der aktuellen Lage wichtig, aber auch für unser eigenes Selbstverständnis. Für uns ist das Verhältnis zum Judentum nicht bloß eine äußere Angelegenheit, sondern bleibt für uns entscheidend, da unser Glaube als Christen aus der Wurzel des Judentums stammt.“

Landessynode nicht immer ein "Sonntagsspaziergang"

In seinem Schlusswort zur Synode benannte Superintendent Bruckhoff noch einmal einige der bestimmenden Themen der diesjährigen Synodaltagung und bezeichnete die Synodenwoche als arbeitsreich, intensiv, anstrengend, aber gemeinschaftsstiftend und Mut machend. „Synode“, das heiße „gemeinsam auf dem Weg“, und dies bedeute nicht immer einen „Sonntagsspaziergang“, sondern schließe das Ringen um gemeinsame Lösungen mit ein. In der Arbeit sei es außerdem darum gegangen, den Glauben in die Lebenswirklichkeit zu tragen und die Lebenswirklichkeit durch den Glauben tragen zu lassen. Den Synodalen wünschte er, mit sich und mit einander „barmherzig und zugleich erwartungsvoll“ in das Jahr 2020 zu gehen, „denn so geht Gott mit uns in dieses Jahr“.

(Text: C. Braun / Kirchenkreis Aachen)

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