30.01.2020

Heike Keßler-Wiertz als Vorständin des Diakonischen Werkes eingeführt

DW und WABe e.V. stellen neuen Kooperationsvertrag vor

Das Diakonische Werk Aachen (DW) hat eine neue Geschäftsführung: Am 20. Januar 2020 stellte sich Heike Keßler-Wiertz in der Nadelfabrik am Aachener Reichsweg – ihrem alten und neuen Arbeitsstandort – der Presse und der geladenen Öffentlichkeit vor. In einer moderierten Talkrunde legte die neue Vorständin des DW gemeinsam mit ihren Kollegen Pfarrer Erik Schumacher (Vorstandssprecher DW), Malte Duisberg (Aufsichtsratsvorsitzender DW) und Manfred Paul (Aufsichtsrat WABe e.V.) die Eckpfeiler der frisch gebackenen Kooperation zwischen den beiden diakonischen Trägern dar. Geplant sind gemeinsame Projekte auf den Feldern Inklusion, Integration, Bildung, Migration und Bekämpfung von Langzeitarbeitslosigkeit. Einen Schwerpunkt soll außerdem die Gründung eines größeren Diakonischen Netzwerkes bilden, dessen erste Fäden das DW und die WABe bereits geknüpft haben. Viele weitere, auch kleinere, diakonische Einrichtungen sollen nun eingebunden werden.

Plädoyer für handlungsstarke Kirche

Pfarrer Erik Schumacher plädierte in seinem geistlichen Impuls für eine handlungsstarke Kirche. „Die Heilige Schrift macht unsere Unterscheidung zwischen Kirche des Wortes und Diakonie der tatkräftigen Hilfe nicht – Wort und Tat sind hier eins, und genauso soll das auch sein.“ In der Wahl von Heike Keßler-Wiertz zur Vorständin des DW sieht Schumacher gesichert, dass den Worten auch gute Taten folgen werden. Im neuen Diakonischen Netzwerk Aachen (DNA) wolle man gemeinsam Projekte voranbringen zum Wohle benachteiligter Menschen. Dabei sei das Gebet eine oft unterschätzte Kraft, die Handeln nicht ersetze, sondern vielmehr die Augen öffne und Handeln möglich mache: „Diese Kraft des Gebetes möge uns alle, vor allem aber unsere neue Vorständin Heike Keßler-Wiertz an jedem neuen Tag begleiten.“, wünschte er.

Zur Person

Die gebürtige Saarländerin Heike Keßler-Wiertz sei, wie sie sagt, „der Liebe wegen“ in Aachen „hängen geblieben“. Hier hatte sie nach Semestern in Saarbrücken und Koblenz im Fach Sozialpädagogik ihren Abschluss gemacht. Mit ihrem Mann, der in einem Programm der GTZ tätig war, lebte sie zwei Jahre in Zimbabwe. Ihre dortigen Erfahrungen veranlassten sie, sich - wieder zuhause in Aachen - beruflich stärker dem Thema Migration zu widmen. So baute sie in der evangelischen Kirchengemeinde Herzogenrath eine Flüchtlingsberatungsstelle mit auf. Seit 2010 leitet sie die „Werkstatt der Kulturen“ in der Nadelfabrik am Aachener Reichsweg. Ihre vorrangige Aufgabe sieht sie hier in der Integrations- und auch Inklusionsarbeit für Migrant*innen, Senior*innen und benachteiligte gesellschaftliche Gruppen. „Die Möglichkeit gesellschaftlicher Teilhabe für alle Menschen ist mir ein sehr wichtiges Anliegen!“, betont Heike Keßler-Wiertz. Und auch privat liegt der Mutter zweier erwachsener Töchter das Thema Inklusion sehr am Herzen. Neben Sport, Sprachen und dem Besuch kultureller Veranstaltungen sei ihr liebstes Hobby das Singen im inklusiven Chor der Aachener Lebenshilfe. Hier singen Menschen mit und ohne Handicaps gemeinsam. „Es ist einfach toll mit so vielen verschiedenen Persönlichkeiten gemeinsam zu singen und Zeit zu verbringen“, schwärmt Keßler-Wiertz.

Kronenkreuz als Zeichen der Zusammengehörigkeit

Als neue Vorständin möchte Keßler-Wiertz ihr „Ohr am Puls der konkreten Arbeit der diakonischen Einrichtungen vor Ort“ haben und diese zunächst einmal alle kennenlernen. Dabei ist für sie das Kronenkreuz von zentraler Bedeutung, denn es steht für sie als sichtbares Symbol für die Zusammengehörigkeit aller verschiedenen diakonischen Einrichtungen im Kirchenkreis Aachen.

Im Rahmen der Talkrunde stellte Keßler-Wiertz die Schwerpunkte ihrer neuen Tätigkeit vor:

Sie möchte den Bekanntheitsgrad des diakonischen Werkes und seiner Arbeitsbereiche in der Öffentlichkeit erhöhen und damit auch die Nutzung der zahlreichen Angebote steigern. 

Gemeinsam mit ihrem neuen Kooperationspartner, der WABe e.V., will sie Projekte vor allem in den Bereichen Migration, Inklusion, Bildung und Integration in den Arbeitsmarkt für Menschen mit Vermittlungshemmnissen anstoßen.

Des Weiteren ist es ihr besonders wichtig, Synergien und Schnittstellen zwischen DW und WABe e.V. zu schaffen, um mit gemeinsamen neuen Angeboten dem jeweiligen Bedarf einzelner Gruppen zu begegnen. Gleichzeitig sollen beide Kooperationspartner ihr je eigenes Profil bewahren und schärfen. 

Als ihre „Herzensangelegenheit“ bezeichnet Keßler-Wiertz das Voranbringen der Inklusion im Sinne einer barrierefreien Teilhabe für die ganze Stadtgesellschaft. Dies will sie anhand konkreter Projekte mit Leben füllen.

Neue Kooperation zwischen Diakonischem Werk und WABe e.V.

Die Aufsichtsräte der ersten beiden Netzwerkpartner, Malte Duisberg (DW) und Manfred Paul (WABe e.V.) stellten ihren neuen Kooperationsvertrag vor, der als Initialzündung zur Bildung eines Diakonischen Netzwerkes Aachen (DNA) zu verstehen ist. Die Kooperation der beiden Partner bildet dazu gewissermaßen die Keimzelle. Langfristiges Ziel ist es, alle diakonischen Einrichtungen des Kirchenkreises Aachen ins Netzwerk zu holen und eine einheitliche Organisationsform zu bilden. Dadurch sollen zahlreiche Synergien entstehen.

DW und WABe e.V. sehen sich laut Kooperationsvertrag auch als sozialpolitischer Arm des Kirchenkreises und aller Kirchengemeinden. Für Malte Duisberg heißt das konkret: „Wir verstehen uns nicht nur als Sprachrohr für sogenannte benachteiligte gesellschaftliche Gruppen, sondern für alle Menschen im Kirchenkreis Aachen. Denn jeder von uns kann morgen schon in eine Situation geraten, in der die Hilfe einer diakonischen Einrichtung gebraucht wird.“

Gefragt zur Zukunft des Diakonischen Netzwerkes Aachen erklärt Manfred Paul: „Wir wollen die Aktivitäten aller künftigen Partner bündeln. In 5 Jahren haben wir das Diakonische Netzwerk Aachen als anerkannte Marke etabliert. Sie soll für die vielfältigen Hilfsangebote der diakonischen Einrichtungen im Kirchenkreis Aachen stehen.“

 

(Text: Theresa Tarassova)

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