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Andere Schätze als Silber und Gold gehoben

Die Christusgemeinde verabschiedete sich am 31. Dezember von Pfarrerin Annegret Helmer mit einem festlichen Gottesdienst

„Silvester ist ein besonderer Tag des Jahres, es wird einem deutlicher als sonst bewusst, dass die Zeit vergeht.“ So begann Pfarrerin Annegret Helmer ihre Predigt am 31. Dezember in der voll besetzten Martin-Luther-Kirche in Alsdorf.

„Heute ist ein besonderer Gottesdienst, denn wir von der Christusgemeinde müssen uns von unserer Pfarrerin Annegret Helmer verabschieden“, so hatte Prädikant und Presbyter Christian Sachse etwa eine halbe Stunde zuvor den Gottesdienst eröffnet. Und es wurde ein besonderer Gottesdienst unter dem fröhlich-bunten Sternenzelt der noch weihnachtlich geschmückten Kirche.

Blechbläser, Orgel und Chorgesang

Der Posaunenchor Hoengen-Broichweiden unter der Leitung von Dr. Hartmut Engelbrecht stimmte mit dem klangvollen Türmerlied für Blechbläserensemble von Max Bruch die Gemeinde auf die kommenden 1,5 Stunden ein. Auch die folgenden Gemeindelieder begleitete der Posaunenchor im Wechsel mit der Orgel, gespielt von Heinz Dickmeis.

Musikalisch festlich ergänzt wurde der Gottesdienst durch verschiedene Stücke der Chorgemeinschaft des MGV Linden-Neusen und MGV Alsdorf unter der Leitung von Chordirektor ADC Heinz Dickmeis.

Alles hat seine Zeit

Doch im Zentrum des Gottesdienstes stand die Abschiedspredigt von Pfarrerin Annegret Helmer, die genau 6,5 Jahre die Pfarrstelle der Alsdorfer Martin-Luther-Kirche in der fusionierten Christusgemeinde Alsdorf-Würselen-Hoengen-Broichweiden innehatte. Der Predigt waren die beiden Bibelstellen aus Prediger 3 (Alles hat seine Zeit) und Matthäus 13 (Gleichnis vom guten Samen und vom Unkraut) voran gestellt. Geschickt verknüpfte Annegret Helmer die Beobachtungen Salomos, dass alle Façetten des menschlichen Lebens ihre Zeit haben und auch brauchen, mit der Erkenntnis, dass deshalb aber nicht alles gleich gültig oder wertig sei, sondern es eben doch den Unterschied gebe zwischen Unkraut und Weizen. Auch wenn die Trennung nicht immer einfach sei.

Weizen oder Unkraut?

Aber wie befreiend sei auch die Erkenntnis des Predigers (Vers 9): „Man mühe sich ab, wie man will, so hat man keinen Gewinn davon.“ Und anschließend in Vers 14: „Ich merkte, dass alles, was Gott tut, das besteht für ewig; man kann nichts dazutun noch wegtun. Und dass der Mensch nicht ergründen kann das Werk, das Gott tut, weder Anfang noch Ende.“

Annegret Helmer: „Das rückt etwas zurecht. Und setzt Maßstäbe. Ist das, was hier passiert, das, was ich gerade erlebe oder was ich beabsichtige, etwas, worin Gott am Werk ist? Wächst hier Weizen oder wächst hier Unkraut? Oder so: Lässt das, was mir vorschwebt, was wir gemeinsam vorhaben, Platz für Glaube und Hoffnung und Liebe?“ Mit dem Wunsch, dass alle in ihrem Tun diesen dreien Raum geben mögen – denn in ihnen ist Gott am Werk –, beschloss sie ihre Gedanken.

Was sind die Schätze einer Pfarrerin?

Auch Pfarrer Jens-Peter Bentzin, der als Stellvertreter des Superintendenten den Kirchenkreis Aachen repräsentierte, setzte sich in seiner Ansprache mit den Früchten der pfarrlichen Arbeit auseinander. Neben den offensichtlichen Aufgaben wie Gottesdienste, Unterricht, Amtshandlungen oder sozial-diakonischen Einsätzen wirke hier auch viel im Verborgenen. Wie im Bergbau, bei dem Gold und Silber auch tief im Berg verborgen liegen und gehoben werden müssen. Hat doch der prosperierende Bergbau der Region viele evangelische Kirchenbauten im Nordkreis erst möglich gemacht. Annegret Helmer wiederum kehrt nach Essen ins Revier zurück. „Was sind also die Schätze einer Pfarrerin?“ Sogleich zählt er einige Werte auf: Menschen Raum zu geben, Platz zu schaffen, kreative Impulse zu setzen und (manchmal auch unerwartete oder überraschende) Reaktionen auszulösen. Und natürlich den Schatz des Himmels, das lebendige Wort Gottes weiterzugeben.  Als im Anschluss der Männergesangverein stimmgewaltig das Steigerlied intonierte, sah man etliche Besucherinnen und Besucher ebenfalls leise mitsingen.

Anekdoten und Erinnerungsstücke

Nach den teils sehr emotionalen Voten und Abschiedsworten von Kolleginnen und Wegbegleitern, darunter auch von der Stadt Alsdorf, wurde Pfarrerin Helmer offiziell von Pfarrer Bentzin aus ihrem Dienst in der Christusgemeinde entlassen.

Beim anschließenden Empfang im ebenfalls voll besetzten Luthersaal gab es neben liebevollen Worten und Anekdoten auch noch Abschiedsgeschenke und Erinnerungsstücke an die Alsdorfer Zeit, damit das Pfarrerehepaar Holste-Helmer die Christusgemeinde nicht gar zu schnell vergisst.

Text: Juliane Siekmann

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