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Aufgeben ist keine Option

Als evangelischer Seelsorger hat Pfarrer Armin Drack gute Ideen, Weihnachten stimmungsvoll zu feiern - Bad aachen-Autorin Sabine Rother hat er die „Frohe Botschaft" gerne mitgeteilt.

In Zeiten der Corona-Krise Weihnachten feiern? Geht das überhaupt? Ein Miteinander, bei dem man zugleich die Vorgaben der Ordnungsbehörden einhält? Pfarrer Armin Drack (58) ist Seelsorger an der evangelischen Annakirche und zudem Vorsitzender des Gesamtpresbyteriums der Kirchengemeinde Aachen. Seit es die Einschränkungen im Zuge der Vermeidung von Infektionen gibt, ist er dabei, Lösungen zu entwickeln, denn für ihn sind Aufgeben oder Rückzug keine Option. „Corona ist eine Herausforderung für uns, die Gelegenheit, neu über Gemeinde nachzu­denken", betont er.

Weihnachten als Fest der Freude, der Heiligabend als Familienfest - das hat stets die Kirchen gefüllt, denn selbst jene, die nicht regelmäßig Gottesdienste besuchen, kehren an diesen Tagen zu lieb gewordenen Ritualen zurück, wollen das Weihnachtsevangelium hören und die vertrauten Lieder singen. Doch schon das Singen ist problematisch, denn bei einer Übertragung des Coronavirus spielen Aerosole, also feinste luftgetragene Flüssigkeitspartikel, eine Rolle, die sich länger in der Luft halten - etwa beim Gesang. „Speziell in der Annakirche ist nicht viel Raum. Große Abstände, Masken und vielfaches Lüften - das würde nicht klappen", meint Drack.

Wer sich angemeldet hat, nimmt einen Ausdruck des Formulars mit zum Gottesdienst. Dort soll es am Einlass aber auch Listen mit allen Namen geben. „Wer das im Internet nicht kann, ruft in den Pfarr­büros an, wo er dann notiert wird", verspricht der Pfarrer.

Geplant ist, überall mit Sprühkreide Kreise zu markieren - für Einzelpersonen, Paare oder kleine Familien. Auf einem Podest könnten Musiker Platz finden. „Eine Überdachung wäre natürlich gut", meint Drack, der allen empfiehlt: dicke Schuhe, warme Kleidung und Mützen, Mundschutz und Schirm. „Gegen rieselnden Schnee hätte ich nichts", sagt er optimistisch.

Alternative: Friedenslicht von Bethlehem

Und es gibt noch mehr Überlegungen und bewegende Alterna­tiven, wie das Friedenslicht von Bethlehem, eine Aktion des Öster­reichischen Rundfunks (ORF), bei der man seit 1986 jährlich in Bethlehem das Licht entzündet und am dritten Adventswochenende an Pfadfinderinnen und Pfadfinder aus ganz Europa weitergibt. Damit wird an die Weihnachtsbotschaft Friede auf Erden und deren Verbreitung erinnert. Seit 1994 verteilen auch deutsche Pfadfinder das Friedenslicht - ab 16. Dezember unter anderem am Aachener Dom. „Es bietet sich an, dass ein paar Menschen damit stimmungs­voll zu Hause eine Weihnachtsandacht gestalten, vielleicht sogar das Evangelium lesen", fordert Drack alle auf.

Wie geht er als Pfarrer mit Fragen zur Frohen Botschaft in einer schwierigen und häufig gar nicht frohen Zeit um? „Gott kommt zur Erde! Das Fürchtet euch nicht ist ein großes Versprechen", meint er nachdenklich und erinnert an biblische Zeiten, wo die „Hirten auf dem Felde" nicht nur in Armut lebten, sondern auch die Finsternis kannten. Gleichzeitig weiß er: „Die Auseinandersetzung mit der eigenen Sterblichkeit ist nicht einfach."

Und einen Tipp für ein gutes Weihnachtsgeschenk, das garantiert gegen Vereinsamung durch Corona wirkt, hat er auch: „Ein Telefon­gespräch! Mindestens eine halbe Stunde lang!"


MIT SCHIRM, MÜTZE & GLAUBEN

Open-Air-Gottesdienste des Evangelischen Kirchenkreises unter Corona-Bedingungen sind am 24. Dezember von zahlreichen Gemeinden geplant (Stand 10. November):

  • Annakirche, Schulhof der Annaschule, Annastr., 16 und 18 Uhr
  • Auferstehungskirche, Am Kupferofen, 16 Uhr
  • Christuskirche Haaren, Am Rosengarten, Weihnachtsgarten, ab 14 Uhr alle halbe Stunde bis 17 Uhr
  • Dreifaltigkeitskirche, Viktoriaschule, Warmweiherstr., 17 Uhr
  • Emmauskirche, Sittarder Straße, 15 bis 18 Uhr Verteilung des Friedenslichts (keine Versammlung; Gottesdienst innen)
  • Friedenskirche, Parkplatz ESG Nizzaallee, 14.30 und 16.30 Uhr
  • Genezarethkirche, Vaalser Straße, 16.30 und 18.00 Uhr
  • Immanuelkirche (Siegel), Kirchenparkplatz Louis-Beißel-Straße, 15 und 16.30 Uhr
  • Paul-Gerhardt-Kirche, Schönauer Allee, 15, 16, 17, 18 Uhr
  • Versöhnungskirche Eilendorf, Johannesstraße, 15, 16, 18 Uhr
  • Evangelisches Gemeindezentrum Kornelimünster-Zweifall: 18 Andachten an verschiedenen Orten im Freien, maximal 25 Personen, Anmeld, bis 21. Dezember www.kzwei.net/weihnachten-2020/weihnachten-ueberall/

Alle Informationen zu den Angeboten der evangelischen Kirchen an Weihnachten gibt es unter www.evangelisch-in-aachen.de

(aus: BAD AACHEN, Dezember 2020)

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