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Ausstellungseröffnung "Kanzelaltäre" am 05.11.2017 im Gemeindezentrum Kornelimünster


Reformation kann man hören, vor allem in der kraftvollen Sprache der lutherischen Bibelübersetzung, aber auch im Kirchenliedschatz. Denn Luther wollte, dass die Gemeinde singt, und verfasste darum erstmals Kirchenlieder in deutscher Sprache. Aber kann man Reformation auch sehen?

Als Kunsthistorikerin fällt mir dazu – neben den Cranach-Altären in Wittenberg und Weimar – vor allem der evangelische Kanzelaltar ein.Der Begriff Kanzelaltar meint nach heutigem Verständnis die senkrechte Aufstellung der Kanzel über dem Altar. Dabei kann die Kanzel unmittelbar mit dem Altaraufbau verbunden oder in einigem Abstand hinter ihm an der Wand befestigt sein. Kanzel und Altar, bzw. in der reformierten Tradition Kanzel und Abendmahlstisch, sind zu einer optischen Einheit zusammengeschlossen und führen in dieser Verbindung die zentrale Bedeutung der Wortverkündigung, das lutherische „sola scriptura“ (allein durch die Schrift), als Kern des reformatorischen Anliegens vor Augen.

Die frühen evangelischen Kirchen in der Umgebung Aachens sind sämtlich mit Kanzelaltären ausgestattet. Das Erscheinungsbild variiert bei aller Schlichtheit der Ausstattung von Kirche zu Kirche, dem Stil ihrer Zeit und den jeweiligen Mög-lichkeiten der Gemeinden entsprechend. Das Fotoprojekt, das vom 5. bis 19. November im Gemeindezentrum Kornelimünster zu sehen ist, porträtiert mit den Fotografien von Elke Greven neun Kanzelaltäre rund um Aachen und lenkt die Aufmerksamkeit auf die feinen Besonderheiten jedes einzelnen dieser bemerkenswerten Zeugen der Reformation.

Gisela Schäffer

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