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Die Suche nach Gemeinsamkeiten

Was sind die Aufgaben von Kirche und Diakonie? Darum ging es unter anderem bei der Kreissynode, zu der die Evangelische Kirche jetzt nach Aachen eingeladen hatte.

VON MARTINA STÖHR

AACHEN  Entfernungen überwinden und häufiger miteinander ins Gespräch kommen: Das ist nach Meinung von Heike Keßler-Wiertz,Vorstand des Diakonischen Werks im Evangelischen Kirchenkreis Aachen, eine der großen Aufgaben von Kirche und Diakonie. Und Pfarrer Martin Obrikat, stellvertretender Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, ist überzeugt, dass Kirche schon heute immer nur als diakonische Kirche verstanden werden kann. Bei der Kreissynode des Evangelischen Kirchenkreises haben sich die Delegierten deshalb auf den Weg gemacht, um diakonische Projekte in Augenschein zu nehmen.

An vier Orten – in Stolberg, Alsdorf, Aachen-Süd und Aachen-West – kamen Delegierte zusammen, um die Arbeit der Diakonie kennenzulernen. Das Angebot reicht unter anderem von der Kreativwerkstatt in Alsdorf über das Sozialkaufhaus der Wabe in Stolberg bis hin zu Unterstützungsangeboten für Obdachlose in der Wärmestube in Aachen. Und die Flutkatastrophe in Stolberg
habe die Helfer vor Ort noch einmal in ganz besondererWeise gefordert, sagt Keßler-Wiertz. „Nicht nur die Opfer brauchen hier seelsorgerische Betreuung, auch die ehrenamtlichen Helfer sind auf Unterstützung angewiesen“, ergänzt sie. Und so hat das vergangene Jahr mit Flutkatastrophe und Corona-Pandemie auch die Diakonie vor ganz besondere Herausforderungen gestellt.

Laut Keßler-Wiertz habe das dazu geführt, dass die Digitalisierung ein gutes Stück vorangetrieben werden konnte. Nachdem die Synode im vergangenen Jahr wegen Corona als Zoom-Synode abgehalten wurde, verteilte man die Delegierten in diesem Jahr auf vier Standorte und ließ sie abschließend digital kommunizieren. Heike Keßler-Wiertz holte die Ergebnisse der verschiedenen Orte ein und hielt sie auf einer Stellwand schriftlich fest. „Wir haben viel gemein, ohne das es uns bewusst ist“, sagte sie abschließend mit Blick auf Diakonie und Kirche und sieht dort ein Riesenpotential mit vielen Schätzen.

Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff, Superintendent der Evangelischen Kirchenkreises Aachen, sagte bei einem Rundgang durch die Kupferstadt Stolberg: „Wir müssen als Kirche noch mehr Kontakt zu den Menschen suchen und da sein, wenn sie uns brauchen.“ Auch das sieht Heike Keßler-Wiertz ganz genau so. Auf die Menschen zuzugehen und Gespräche anzubieten ist auch ihrer Meinung nach zunehmend ein Muss für die Kirche.

Info

Evangelischer Glauben in der Region Aachen

Der Evangelische Kirchenkreis Aachen ist einer der größten der Landeskirche. Er umfasst neun Gemeinden und zählt fast 75.000 Gemeindemitglieder.

Gegenüber den Katholiken befinden sich die Protestanten in der Minderheit: zwischen fünf und 15 Prozent der Bevölkerung sind evangelisch.

Seit1996 leitet Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff den Aachener Kirchenkreis als Superintendent.

Die Kreissynode wird jährlich veranstaltet: Hier wird unter anderem der Haushalt verabschiedet, Beschlüsse gefasst und über wichtige Themen beraten.

(Aus: AZ/AN vom 08.11.2021)

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