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Ehrenamt muss Freude machen!

Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland tagte vergangenes Wochenende zum Thema Ehrenamt - Auch der Kirchenkreis Aachen war vertreten

Zwei Mal im Jahr tagt die Delegiertenkonferenz der Evangelischen Jugend im Rheinland (EJiR) und beschäftigt sich mit einem Schwerpunktthema und den Interessen des Verbandes. So stand bei der ersten Konferenz des Jahres von Samstag, 9. März, bis Sonntag, 10. März, in der Jugendbildungsstätte Hackhäuser Hof das Thema "Ehrenamt" im Fokus. Mithilfe von Impulsen und verschiedenen Workshops wurde das Thema aus verschiedenen Blickwinkeln betrachtet. So ging es zum Beispiel um die Finanzierung und Förderung von Ehrenamtlichen und die Frage "Was darf ein Ehrenamt kosten?", oder um junge Menschen in der Gremienarbeit und wie Sitzungen alternativ gestaltet werden können. Neben dem Schwerpunkthema standen auch Anträge und Wahlen auf der Tagesordnung. Um die Evangelische Jugend aus dem Kirchenkreis Aachen zu vertreten wurden Axel Büker und Carolin Heintz vom Synodalen Jugendausschuss delegiert, und nahmen an der Konferenz teil. David Offermanns aus der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen ist Teil des Vorstands der EJiR, und war so ebenfalls vor Ort.

Wie werden im Ehrenamt Grenzen gesetzt?

Aufgrund des Rückgangs von Einnahmen durch die Kirchensteuer wird die Zahl der Hauptamtlichen Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter in der Evangelischen Kirche stark zurückgehen. Eine gängige Reaktion in vielen Gemeinden und auch in Bereichen der Kinder- und Jugendarbeit ist es, die zusätzliche Arbeit mithilfe von Ehrenamtlichen aufzufangen. Diese Entwicklung birgt allerdings das Risiko der Überlastung dieser Personen. Zu dem Thema führte die Referentin Nicole Ganss einen Workshop und zeigte auf, welche Grenzen für eine wertschätzende und funktionierende Arbeit mit Ehrenamtlichen essentiell sind. In der Umstrukturierung der Gemeinden aufgrund der fehlenden Hauptberuflichen Personen dürfen Ehrenamtliche nicht als "Lückenfüller" genutzt werden. Vielmehr soll eine Art Aushandlungsprozess stattfinden, in dem durchaus auch Abstriche in der Menge der Angebote gemacht werden müssen.

Menschen in den Gemeinden, die sich ehrenamtlich engagieren, sollen außerdem weiterhin eigene Gestaltungsmöglichkeiten bekommen. Bei eigenen Projekten und Ideen sei die langfristige Motivation höher, während bei der bloßen Übernahme von vorgegebenen Aufgaben das Interesse schneller schwinden kann. Zudem ist es nötig, gewisse Standards einzuhalten, wenn es um den Umgang mit Ehrenamtlichen geht. Die Evangelische Kirche im Rheinland hat dazu das Papier "JA! zum Ehrenamt" veröffentlicht, in dem die wichtigsten Punkte des Ehrenamts festgehalten sind. Darunter fällt zum Beispiel eine Einführung in den Dienst, die inhaltliche Unterstützung in der Ausführung und der Anspruch auf Fort- und Weiterbildungen. Einer der wichtigste Aspekt des Workshops lautete: Ehrenamt sollte einem selbst Freude bereiten, und nicht nur aus einer Notwendigkeit heraus ausgeübt werden.

Carla Peekhaus als neue stellvertretende Vorsitzende der EJiR

Neben den Workshops zum Schwerpunktthema standen auch einige Wahlen an. So wurde Carla Peekhaus aus dem Kirchenkreis An Nahe und Glan als neue stellvertretende Vorsitzende des Verbandes gewählt. Ihr Freiwilliges Soziales Jahr hatte sie vor ein paar Jahren in der Junge Kirche Aachen (JuKi) absolviert. Darüber hinaus wurde Julian Pannen als stimmberechtigtes Mitglied der Delegiertenkonferenz in den Vorstand gewählt, sowie Ramona Wilke als Vertreterin der Werke und Verbände. Nico Sossenheimer ist nun Vertreter der aej Rheinland-Pfalz. Im nächsten Jahr wird beginnt die neue Wahlperiode des Vorstands der EJiR, dann werden die Posten im Vorstand für die nächsten vier Jahre neu gewählt.

Musik als verbindendes Element des Glaubens

Drei Beschlüsse wurden bei der Delegiertenkonferenz thematisiert und beschlossen:

"Der Ausschuss Jugendarbeit als Ehrenamt wird beauftragt den Prozess der Weiterarbeit mit den Ergebnissen dieser DK zu koordinieren und gegebenenfalls weitere Maßnahmen, wie konkrete Positionierungen, Handreichungen oder ähnliches abzuleiten.

Der Ausschuss für internationale, ökumenische und auf nachhaltige Entwicklung bezogene Jugendarbeit (IÖNJA) wird mit der Weiterentwicklung und Präzisierung des Beschlusses „Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ vom 12. März 2023 und verbandsöffentlichen Gesprächsstunden mit der Initiative „Sicherheit neu denken“ und dem Jugendprojekt „Peace 4 Future“ beauftragt mit dem Ziel die Art, Intensität und den Umfang einer möglichen Zusammenarbeit auszuloten.

Und der Ausschuss Glaube und Leben wird beauftragt einerseits musikalische Vorschläge für Gottesdienste, Andachten, Rahmenprogramm und dergleichen zu erarbeiten, um so ein möglichst buntes und umfassendes Bild musikalischer Spiritualität auf den kommenden Delegiertenkonferenzen zu präsentieren. Andererseits sollen kurze musikalische Austauschformate konzipiert werden, welche den musikalischen Horizont der Teilnehmenden erweitern."

Die nächste Delegiertenkonferenz findet statt am Samstag, 29. September bis Sonntag, 30. September. Mehr Informationen zur Evangelischen Jugend im Rheinland sowie die Beschlüsse in Gesamtform finden sich hier.

Text: Carolin Heintz

 

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