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Frauke Laaser als GMÖ-Pfarrerin in ihr Amt eingeführt

Außergewöhnlich engagierte Antrittsrede in der Christuskirche Jülich - Gemeindedienst für Mission und Ökumene: für Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung

Gäste nicht nur aus den Kirchenkreisen Aachen, Gladbach-Neuss, Jülich und Krefeld-Viersen waren nach Jülich gekommen, um die Einführung von Pfarrerin Frauke Laaser in ihren Dienst beim Gemeindedienst für Mission und Ökumene (GMÖ)/Region Niederrhein zu feiern. Den Gottesdienst gestalteten Pfarrer Charles Cervigne (Vorsitzender des GMÖ-Kuratoriums), Superintendent Burkhard Kamphausen (Kirchenkreis Krefeld-Viersen), Landeskirchenrätin Christine Busch (Landeskirchenamt Düsseldorf), Pfarrerin Frauke Laaser, Angelika Steinbicker und Wilson Budde-Iser (Mitarbeitende beim GMÖ) sowie Bernd Kalter (Presbyter der Evangelisch-reformierten Kirchengemeinde Schüttorf).

Pfarrer Charles Cervigne begrüßte zum Einführungsgottesdienst unter den Gottesdienstbesucherinnen und -besuchern auch den Vorgänger von Pfarrerin Frauke Laaser, Pfarrer Christian Sandner, sowie die Familie der neuen GMÖ-Pfarrerin, die aus dem niedersächsischen Lingen angereist war. Frauke Laaser war zuletzt Pfarrerin in der Ev.-reformierten Kirchengemeinde Schüttorf in der Grafschaft Bentheim gewesen, und für ihre dortige Beliebtheit spricht, dass eine Delegation die weite Reise aus der Grafschaft Bentheim nach Jülich angetreten hatte.

Die Einführung: Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig mitgehen mit deinem Gott

Pfarrer Burkhard Kamphausen, Superintendent des federführenden Kirchenkreises Krefeld-Viersen, bei dem die entsprechende GMÖ-Pfarrstelle angesiedelt ist, legte in seiner Einführungsansprache den Wochenspruch aus dem Buch des Propheten Micha aus: "Es ist dir gesagt, Mensch, was gut ist und was der Herr bei dir sucht, nämlich Gottes Wort halten und Liebe üben und demütig mitgehen mit deinem Gott." Dieses Wort sei zu hören, festzuhalten, zu beherzigen, zu bekennen. Dieses Wort Gottes sei hineinzusprechen "auch als den begnadeten Gegenentwurf zu den gottlosen Bindungen dieser Welt in die Verhältnisse und Verhältnismäßigkeiten dieser Welt". Der GMÖ sei ein "Wortort, ein Ort zu hören und zu reden und beim Wort zu bleiben". Und weiter sei der GMÖ ein Übungsfeld liebevollen Lebens. "Liebe üben, das macht den Weg von Frieden, Gerechtigkeit, Bewahrung der Schöpfung, den so technisch wirkenden Begriff eines konziliaren Prozessen zu einer Angelegenheit des Herzens. Liebe auszuüben kann und muss man üben." Der Superintendent erinnerte die neue GÖ-Pfarrerin daran, dass sie nicht allein sei auf ihrem Weg, dass immer noch viele mit ihr gemeinsam unterwegs seien im großen Wirkungsbereich des Wortes Gottes.

Superintendent Kamphausen führte Frauke Laaser in ihren Dienst ein, assistiert von Landeskirchenrätin Christine Busch, Pfarrer Charles Cervigne und GMÖ-Mitarbeiterin Angelika Steinbicker. Eines der Segensvoten lautete: "Mit meinem Gott kann ich über Mauern springen." Derart gesegnet und ermutigt beginnt mit der Einführung jetzt offiziell der Dienst der neuen Pfarrerin in den vier genannten Kirchenkreisen.

Die Predigt: Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir

Frauke Laaser nahm in ihrer Predigt die jüngsten Flüchtlingskatastrophen vor Lampedusa zum Anlass, die Friedensnobelpreisträgerin Europäische Union kritisch nach der Reaktion auf den Tod Hunderter von Flüchtlingen zu befragen. Die EU, also alle ihre Bürgerinnen und Bürger, sei mit an den Fluchtursachen beteiligt, indem europäische Firmen und Staaten sich wirtschaftlich und politisch in die Herkunftsländer der Flüchtlinge einmischten. Und zugleich rüste die EU gegen die Flüchtlinge auf anstatt zu fragen, wie ihnen wirksam geholfen werden könne.

Die Predigerin zitierte die Jahreslosung 2013 "Wir haben hier keine bleibende Stadt, sondern die zukünftige suchen wir" aus dem Hebräerbrief. "Diese Worte bekommen mit den Flüchtlingsdramen ein erschreckendes und brennend aktuelles Gesicht." Der Hebräerbrief habe damals seine Leserinnen und Leser aufrütteln wollen, gewohnte Sicherheiten zu verlassen und sich zu Jesus zu bekennen. Und auch für die Menschen heute gelte, "dass der Glaube an Jesus Christus Konsequenzen hat im eigenen Leben und in der Gemeinde. Eine Konsequenz muss sein, von unserem Wohlstand, von unseren Sicherheiten abzugeben. Deshalb ist es Aufgabe der Kirche, gegen die EU-Flüchtlingspolitik zu protestieren, die die Grenzen dicht machen und auch noch die letzten Lücken schließen will." Und eine weitere Konsequenz müsse es sein, "dafür zu sorgen, dass die Verhältnisse in den Ländern verändert werden, aus denen die Flüchtlinge kommen. Damit sie dort eine Zukunft und eine Bleibe haben." Und dabei sei jede und jeder Einzelne gefordert, mit ihrem/seinen Lebensstil für mehr Zukunft, Lebensraum, mehr Bleiben-können zu sorgen.

Pfarrerin Laaser schloss ihre Predigt wiederum mit einem Hinweis auf die Flüchtlinge im Mittelmeer: "Die Jahreslosung steht im Hebräerbrief in einem Kapitel, in dem der Verfasser den Gemeinden letzte Ermahnungen mit auf den Weg gibt. Eine von ihnen lautet: Vergesst nicht, gastfrei zu sein, denn dadurch haben einige ohne ihr Wissen Engel beherbergt. Ich habe mich gefragt, wie viele Engel wohl vor Lampedusa ertrunken sind. Amen."

Die Grußworte: Wertschätzung und gute Wünsche für die neue GMÖ-Pfarrerin

Bei der anschließenden Feier im Dietrich-Bonhoeffer-Haus brachten sie in ihren Grußworten Wertschätzung und gute Wünsche für die soeben eingeführte Pfarrerin des GMÖ zum Ausdruck: Claudio Gnypek für den GMÖ Rheinland, Landeskirchenrätin Christine Busch für das Landeskirchenamt, Angelika Veddeler für die VEM, Wilson Budde-Iser für das GMÖ-Team, Pfarrer Christian Sandner als Vorgänger und für den KKR Gladbach-Neuss sowie Pfarrer Charles Cervigne für das GMÖ-Kuratorium und für den Kirchenkreis Jülich ("Die Anliegen des Kirchenkreises Jülich sind bei Ihnen gut aufgehoben"). Pfarrer i. R. Dietrich Tappenbeck sprach für den Kirchenkreis Aachen sowie für die beiden Kirchenkreise, die eine Partnerschaft mit der indonesischen HKBP haben; er gab seinen guten Wünschen Ausdruck mit der Überreichung eines Batak-Tuches, das mit den Worten "Der Herr ist mein Hirte" versehen ist.
Pfarrerin Laaser dankte schließlich allen Gästen, den Mitgestalterinnen und Mitgestaltern des Gottesdienstes und nicht zuletzt der Evangelischen Kirchengemeinde Jülich für die Gastfreundschaft.

(Text & Foto: Johannes de Kleine)

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