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Gelungener Abend beim Weihnachtssingen auf dem Tivoli

Rund 21.000 Besucher

Aachen  Auch dieses Jahr ist das Weihnachtssingen auf dem Tivoli ein voller Erfolg. Obwohl es statt Schnee nur Nieselregen gab, feierten rund 21.000 Besucher die weihnachtliche Zeit mit einem Meer aus Lichtern und viel Gesang.

Von Martina Stöhr​

„Weihnachten fällt niemals aus“, sagte Pfarrer Siegmar Müller. „Denn Gott ist gekommen, vergesst das nicht“, betonte er. Und so füllte sich der Tivoli in diesem Jahr wieder mit Tausenden von Menschen, die jenseits von „Krieg und Hoffnungslosigkeit“ gemeinsam in die Weihnachtszeit starteten. Das bewährte Konzept ging auch diesmal wieder auf: Ein Liederheft voller Songs lud zum Mitsingen ein, und spätestens beim Chor Pius Celebration vibrierte das ganze Stadion. Ein Meer an Lichtern flirrte und bewegte sich, während der Chorleiter die Besucher a cappella „Hallelujah“ singen ließ.

Das ließ auch ein Ehepaar nicht kalt, das sich an eine der Balustraden der Tribüne gelehnt hat. „Das ist eine gute Stimmung hier“, sagen die beiden. Sie genießen auf diese Weise die Rückkehr in ihre alte Heimat. „Wir haben lange in München gelebt“, erzählen sie, und nun haben sie sich erneut in Aachen niedergelassen. Da scheint der weihnachtliche Abend auf dem Tivoli genau die richtige Gelegenheit, um sich wieder heimisch zu fühlen.

Rund 21.000 Menschen sind der Einladung ins Stadion an der Krefelder Straße gefolgt. Und wer gemeint hat, dass die Anreise mit dem Auto doch gar nicht so schwer sein dürfte, der wurde schnell eines Besseren belehrt. Rund ums Stadion ging streckenweise gar nichts mehr: Viele Besucherinnen und Besucher erreichten ihre Plätze im Stadion erst mit großer Verspätung. Aus Rücksicht auf die Nachzügler begann das Programm zehn Minuten später.

Auf den Rängen haben es sich viele Besucher derweil schon bequem gemacht. Ein Mädchen hat sich unter einer wärmenden Decke ganz eng an ihre Oma gekuschelt und genießt versunken die besinnliche Stimmung. Besinnlich bleibt es aber natürlich nicht den ganzen Abend. Schließlich ist das Stadion die Heimat der Fußballer von Alemannia Aachen, und auch die melden sich selbstverständlich zu Wort: Mit Fan-Gesängen, die nicht nur von der Stehtribüne kommen. Auch das Öcher Urgestein Jupp Ebert ist immer dabei, wenn es darum geht, die Alemannia zu feiern.

Es nieselt ein wenig an diesem Abend, und da scheint der Wunsch von Pfarrerin Monica Schreiber durchaus verführerisch: „Statt zu nieseln, müsste es jetzt nur noch schneien“, sagt die Moderatorin. Schnee war den Gästen nicht vergönnt, dafür hielten sich die Temperaturen aber auch in einem akzeptablen Rahmen. Dennoch waren viele, viele Mützen und Schals zu sehen sowie hier und da auch eine Decke. Und das ein oder andere warme Getränk aus der Thermosflasche durfte auch nicht fehlen.

Das war ein runder Abend: Da sind sich die Gäste im Anschluss sicher einig. Viele Familien mit Kindern sind gekommen, um dieses besondere Ambiente zu genießen. Auf den Rängen verstärken Chöre aus Aachen und der Region den Gesang des Publikums. Im Zentrum des Stadions unter dem Pavillon gruppieren sich immer wieder neue Chöre, um ihren Beitrag zum Weihnachtssingen zu liefern: Eine gelungene Premiere feiert der Musikverein Hahn unter Leitung Jörg Carabin. Und der Gospelhaus Chor International Chapel Aachen zeigt gleich einmal, dass weihnachtliche Klänge auch ordentlich swingen können. Das bunt gemischte Programm kommt beim Publikum gut an. Die Weihnachtsgeschichte und der Einzug des Friedenslichts machen den Abend komplett.

Oberbürgermeisterin Sibylle Keupen hatte gleich zu Beginn ganz ausdrücklich allen ehrenamtlichen Helfern gedankt, die dafür gesorgt haben, dass das Weihnachtssingen erneut an den Start gehen konnte. Und dass diesmal auch Vertreter der gerade erst gegründeten katholisch-ukrainischen Gemeinde mit von der Partie waren, gab dem Event noch eine ganz besondere Note: Denn der zuständige Pfarrer Horodezkij erzählte vom Weihnachtsfest der Ukrainer und wies darauf hin: „Der schreckliche Krieg geht immer weiter. Viele Ukrainer liegen jetzt in den Schützengräben. Wir denken ganz fest an sie.“

Mit dem Herzen sicher auch bei all den Menschen, die gerade in diesen Tagen Unterstützung brauchen, genossen die Besucher diesen Abend auf dem Tivoli sichtlich: Der immer wieder aufbrandende Applaus ließ keinen Zweifel daran.

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(aus AZ/AN vom 22.12.2022)

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