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Gottesdienst an ungewöhnlichem Ort

Erntedankfest der Trinitatisgemeinde auf Pferdehof in Oberreifferscheid - Als Zeichen der Hoffnung wurden außerdem vier Bäume gepflanzt

Da scheint aber jemand einen guten Draht nach oben zu haben: Trotz kräftiger Regengüsse noch am Morgen setzten die Organisatoren des Erntedankgottesdienstes auf dem Pferdehof „Casa Estanque“ von Franziska und Georg Weyer ihren Plan durch und platzierten Altar und Sitzbänke unter freiem Himmel im Dressurviereck der Reitanlage. Und tatsächlich: Es blieb nicht nur trocken, zwischendurch lugte sogar die Sonne zwischen den Wolkenfetzen hervor. Belohnt wurden die Gottesdienstteilnehmer zudem mit einem traumhaften Blick über Hahnenwald und Hescheld.

Mit Gottvertrauen

Den ganzen Samstag habe er Anrufe erhalten, wo der Gottesdienst denn nun stattfinden würde, berichtete Pfarrer Oliver Joswig. Es sei schwierig zu entscheiden gewesen, denn die Voraussagen der diversen Wetter-Apps hätten sich immer wieder geändert. Doch mit Gottvertrauen und einer Portion Entschlossenheit wurde das zum Altar umgestaltete Holzpferd mit einigen Strohballen unter freien Himmel aufgebaut. Auch wenn es trocken blieb, wehte doch ein unangenehm kalter Wind, und so hatte sich Pfarrer Oliver Joswig ein Barett aus schwarzem Samt aufgesetzt.

Seltene Zuschauer

Seit rund 20 Jahren züchtet das Ehepaar Weyer auf seinem Hof Pferde der Rasse „Pura Raza Espagnola“. Vier Hengste und drei Stuten mit Fohlen verfolgten den Gottesdienst mehr oder weniger interessiert von der benachbarten Weide. Gemeldet hatten sich das Ehepaar auf einen Aufruf der Kirchengemeinde, Gottesdienst-Orte anzubieten. „Wir wollen im Rahmen der Aktion »Sommerkirche bei Dir« zu den Leute kommen und bei ihnen Gottesdienst feiern“, erläuterte Joswig das Konzept, das in Zukunft öfter umgesetzt werden solle.

Was ist der Sinn von Erntedank?

Rund 80 Besucher waren zu dem ungewöhnlichen Gottesdienst gekommen, der besonders für die Kinder gestaltet worden war. So hatten auch die beiden Puppen Kiki und Max ihren Auftritt, die, von Brigitte Vogel-Joswig und Annette Kruschak-Gehlen zum Leben erweckt, sich so ihre Gedanken über den Sinn des Erntedankfestes machten.
Musikalisch gestaltet wurde der Gottesdienst nicht nur von Kirchenmusiker Werner Harzheim, sondern auch von Silja Pagel, Posaune und Frank Paqué, Trompete, beide aus Merzig im Saarland, bei denen die Freizeit der Konfirmanden im Jahr 2021 stattgefunden hatte, und die nun der Eifel einen Besuch abstatteten. Nach dem Gottesdienst konnten sich die Besucher in den Ställen bei Kaffee und Apfelkuchen wieder aufwärmen.

Im Anschluss fand Aktion "Einheitsbuddeln" statt

Im Anschluss an den Gottesdienst wurden mit der Aktion „Einheitsbuddeln“ wurden in Oberreifferscheid vier junge Bäume neu gesetzt. 2019 wurde die Aktion ins Leben gerufen und seitdem vom Jugendreferat des Evangelischen Kirchenkreises Aachen schon in Stolberg und Alsdorf organisiert. Dabei sollen rund um den Tag der Einheit junge Bäume als Zeichen und Gegenmittel gegen den Klimawandel gesetzt werden.

Pfarrer Oliver Joswig klärte darüber auf, dass der berühmte Spruch über das Pflanzen eines Apfelbaumes, der üblicherweise dem Reformator Martin Luther zugeschrieben wird, wohl einen anderen Ursprung habe. Erstmals nachgewiesen sei der Spruch im Jahr 1944 in einem Rundbrief der Bekennenden Kirche in Hessen, und sei nach dem Kriegsende sinnbildlich für den Wiederaufbau geworden.

Rotahorn steht jetzt vor der Oberreifferscheider Kapelle

In Oberreifferscheid waren es zwei Apfelbäume, ein Birnbaum und ein Rotahorn, die geplanzt wurden. Die Pflanzlöcher waren von den Jugendlichen der Kirchengemeinde vorbereitet worden. Christina Pütz, Jugendreferentin des Kirchenkreises, legte dabei Hand an und achtete auf die fachgerechte Befestigung an Pflanzstäben. Eine Birne und ein Apfelbaum wurden auf der Casa Estanque gepflanzt, der zweite Apfelbaum beim Nachbarn und der Rotahorn vor der Oberreifferscheider Kapelle.

Text: Stephan Everling

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