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"Haus für Familien" stellt neue Angebote und soziale Projekte vor

Kleiderbus, PC-Café für Frauen und schulische Unterstützung für Kinder sind sehr gefragt - Menschen aus aller Welt betrachten das Haus als "ihr erstes Zuhause in Deutschland"

Zum Start ins Schul- und Kurshalbjahr präsentiert das „Haus für Familien – Evangelische Familienbildung“ eine ganze Reihe von Neuerungen und aktuellen Hilfen und behält dabei wichtige und bewährte Angebote zur Unterstützung von Kindern und Familien bei. Bei einem Pressetermin stellte es jetzt außerdem den neuen Namen und seine neue Internet-Präsenz unter www.hausfuerfamilien-aachen.de vor.

Eines der neusten Angebote, das besonders gut angenommen wird, ist der "Kinderkleider-Bus", der Kitas und Schulen in Aachen anfährt und an dem bedürftige Familien sich Kleidung und Schuhe aussuchen können. "Es gibt in Aachen viele Familien, in denen die Not groß ist und die durch das staatliche Hilfesystem fallen", sagte die Leiterin des "Hauses für Familien", Karin Blankenagel. "Diese Menschen kommen nicht von sich aus zum Sozialkaufhaus, aber wir erreichen sie, wenn wir in die Staddteile fahren, die besonders betroffen sind und ihnen dort das Benötigte zur Verfügung stellen." Seit Mai fahren Ehrenamtliche - zwar nicht mit einem tatsächlichen Bus, aber mit größeren PKW - zu den Einrichtungen und bieten den Familien die gespendeten Waren, die zuvor sortiert und gewaschen wurden, an. Besonders gefragt sei Kinderkleidung ab Größe 110 und gerade jetzt zum Winter hin Winterkleidung, sagt Karin Blankenagel. Wer gut erhaltene Kinderkleidung spenden möchte, kann diese immer zu den Öffnungszeiten des "Hauses für Familien" dort abgeben.

Bildung und Begleitung von Frauen stärkt die ganze Familie

Ein weiteres sehr beliebtes Angebot ist das "PC-Café für Frauen", das gerade auch am Vormittag des Pressetermins stattfand. Özlem Duyar, selbst ausgebildete Informatikerin, hilft dabei Frauen mit Migrationshintergrund bei den ersten Schritten in die digitale Welt und trägt damit wesentlich zu ihrer Selbstständigkeit in Deutschland bei. "Die Frauen machen in diesem Angebot eine unheimliche Entwicklung durch", berichtet Marianne Kaufmann, stellvertretende Leiterin des "Hauses für Familien". "Sie richten sich E-Mail-Adressen ein, lernen mit Word umzugehen, schreiben erste Bewerbungen und kommunizieren mit den Schulen ihrer Kinder." Grundsätzlich ist es ein wichtiges Ziel des Hauses, durch Bildung und Begleitung von Frauen die Situation der ganzen Familie zu verbessern. Wie gut dies gelingt, zeigt das "PC-Café", das auf den Wunsch der Frauen selbst ins Leben gerufen wurde, exemplarisch. Schon 120 Frauen hätten dort auf einen guten Weg zu mehr Selbstständigkeit und Selbstvertrauen gebracht werden können, sagt Marianne Kaufmann. Und Karin Blankenagel ergänzt: "Bei uns sitzt keiner, der sich theoretisch Angebote ausdenkt für vermeintliche Zielgruppen! Unsere Angebote entwickeln sich aus den Bedürfnissen der Menschen, die zu uns kommen."

Beispiel "par excellence" für gelungene diakonische Arbeit

Seit 2003 leitet Karin Blankenagel das Haus, das zuvor schon unter den Namen "Evangelische Familienbildungsstätte" und "Zentrum für Familien" stand. Gleich unter welchem Namen steht das Haus allen offen, die hier Gemeinschaft, Bildung oder Unterstützung suchen, an Kursen teilnehmen möchten oder Beratung in Anspruch nehmen. "Wir haben hier die ganze Welt zu Gast", sagt Karin Blankenagel, "und manche Menschen haben mir schon gesagt 'hier war mein erstes Zuhause in Deutschland.'" Ihre Einschätzung bestätigt Pfarrer Mario Meyer, der als Vorsitzender des Diakonie-Ausschusses der Evangelischen Kirchengemeinde Aachen verantwortlich für das "Haus für Familien" ist. An diesem Ort sei etwas passiert "was Kirche oft möchte, aber was selten gelingt", sagt er. Für die diakonische Arbeit, die auch wirklich die Menschen erreicht sei das Haus "ein Beispiel par exellence". Pfarrer Mario Meyer: "Besser kann man den Menschen nicht dienen. Dies ist eine der kostbarsten Arbeiten, die wir haben."

Ehemalige Teilnehmerin studiert heute selbst Mathe

Welche Früchte die Arbeit auch über lange Zeit nachhaltig trägt, zeigt sich zum Beispiel am Projekt "Miteinander lernen", das seit vielen Jahren schon Schüler und Schülerinnen aus herausfordernden Lebenssituationen mit Aachener Lehramtsstudierenden zusammenbringt. Gerade jetzt nach der Corona-Zeit ist es umso nötiger, um Kinder mit Nachholbedarf zu fördern. Dabei bietet es keine übliche "Nachhilfe", sondern stärkt die Basisqualifikationen in Deutsch, Mathe und Englisch. "Eine unserer heutigen Betreuerinnen in diesem Projekt ist schon dabei seit sie in der vierten Klasse war - damals als Schülerin, heute studiert sie Mathe auf Lehramt", erzählt Karin Blankenagel. Ins "Haus für Familien" kommen jeden Samstag (außer in den Ferien) 120 Kinder zu diesem Angebot. Weitere 30 Kinder nehmen an einer Außenstelle im Aachener Westen teil.

Alle bewährten und neuen Angebote - darunter auch die neuen sehr beliebten Termine "NaturErleben auf dem Bauernhof", PEKiP- und Eltern-Kind-Gruppen sowie Sport-Kurse - finden sich ab sofort auf der Internetseite: www.hausfuerfamilien-aachen.de. Reinschauen lohnt sich!

(Text: C. Braun / Ev. Kirchenkreis Aachen)

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