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„Liebe ist in jeder Kultur und an allen Orten“

Pfarrerin Kanjo Tjinyeka lebt nun im Roetgener Pfarrhaus – Die Botsuanerin hat in Deutschland Interkulturelle Theologie studiert

Als Kanjo Tjinyeka Ende Oktober in Düsseldorf aus dem Flugzeug stieg, freute sie sich gleich über das deutsche Wetter: „Ah, wie schön, endlich Regen“, habe sie gedacht, erzählt sie, und lacht. Als Botsuanerin sei Regen für sie etwas Gutes, erklärt sie. „Botsuana ist ein sehr trockenes Land und große Teile davon bedeckt die Kalahari-Wüste. Wir freuen uns immer über Regen!“ Seit ungefähr drei Wochen lebt die Pfarrerin nun in Roetgen, im Pfarrhaus neben der evangelischen Kirche an der Rosentalstraße. 

Ein Teil des Lebens im Monschauer Land werden

Noch muss sie sich nicht nur auf das Wetter einstellen, sondern benötigt auch noch einige Möbel, zum Beispiel für ihr Arbeitszimmer. Einen Deutschkurs beginnt sie Mitte Dezember, bevor sie voraussichtlich im April ihre Tätigkeiten in der Evangelischen Kirchengemeinde Monschauer Land aufnehmen kann. „Im Moment muss ich noch ankommen und mich etwas einleben“, sagt die 50-Jährige, „aber ich freue mich schon sehr darauf, die deutsche Kultur besser kennenzulernen und ein Teil im Leben der Menschen hier zu werden.“

Vier Jahre in Niedersachsen gelebt

Zur Pfarrerin wurde Kanjo Tjinyeka im Jahr 2000 ordiniert. Nachdem sie im Jahr 2014 ein Theologie-Diplom in Namibia absolviert hatte, studierte sie von 2014 bis 2018 „Missionswissenschaft und Internationale Diakonie“ an der Fachhochschule für Interkulturelle Theologie in Hermannsburg in Niedersachsen. Heute bedauere sie, dass sie in dieser Zeit nicht mehr Deutsch gelernt hat, gibt sie zu. „An der Fachhochschule sind sehr viele internationale Studierende und wir haben nur Englisch gesprochen“, erzählt sie. Doch nach einigen Jahren in ihrer Heimatgemeinde Sehithwa in Botsuana habe sie noch einmal einen Wechsel von Umgebung und Kultur gewünscht und dieses Mal das Leben in einer deutschen Kirchengemeinde besser kennenlernen wollen. Möglich macht dies ein Süd-Nord-Austauschprogramm der Vereinten Evangelischen Mission (VEM), mit dem sie nun drei Jahre als „Pastoral Co-Workerin“ in Roetgen leben wird, mit einer Möglichkeit zur Verlängerung um weitere drei Jahre.

Gemeindeglieder kennenlernen und sich einbringen

Mit ihrer Familie, darunter ihrer 26 Jahre alten Tochter, ist Kanjo Tjinyeka täglich per WhatsApp in Kontakt. Bei der Ankunft in Roetgen hätten ihr die Pfarrkollegen und die Mitglieder des Presbyteriums sehr geholfen, sagt sie. Um hier noch mehr Gemeindeglieder kennenzulernen und sich einzubringen, werde sie bald im Gemeindechor in Lammersdorf mitsingen. Wenn sie das erforderliche Sprachniveau erreicht hat, soll sie auch Gottesdienste und Bestattungen sowie andere Aufgaben in der Gemeinde übernehmen. „Als erstes ist mir hier aufgefallen, dass die Liturgie viel kürzer ist“, meint Tjinyeka zu den Gottesdiensten. Das käme wohl unter anderem dadurch, dass in Botsuana üblicherweise zwei bis drei Chöre im Gottesdienst singen. „Und bei uns sind viel mehr junge Leute im Gottesdienst“, sagt sie. Doch eines ist überall gleich, meint sie, und verweist auf ihren Lieblingsbibelvers: „Denn so sehr hat Gott die Welt geliebt, dass er seinen einzigen Sohn für sie hingab. Jeder, der an ihn glaubt, soll nicht verloren gehen, sondern das ewige Leben haben.“ (Johannes 3,16) Das hieße für sie, gerade jetzt zu Anfang ihres neuen Lebensabschnitts: „Liebe gibt es in jeder Kultur und an allen Orten – in meiner Heimat genauso wie hier in Roetgen, und das ist das Wichtigste!“

(Text: C. Braun / Ev. Kirchenkreis Aachen)

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