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Markus-Kirche freut sich auf eine renovierte Orgel

Bisherige Blanko-Register werden mit Leben und Klang erfüllt - Erste Komplett-Reinigung seit 1974 durch Firma Stahlhuth

125 Jahre alt wird in diesem Jahr die Markus-Kirche in der Geilenkirchener Straße, sozusagen die Mutterkirche der heutigen Evangelischen Lydia-Gemeinde Herzogenrath. Am Sonntag Trinitatis, das ist der 4. Juni und eine Woche nach Pfingsten, soll wohl das Jubiläum gefeiert werden. Wahrscheinlich aber schon zu Ostern im April soll die Orgel in der derzeit bei Gottesdiensten musikalisch von Keyboard-Tönen erfüllten Kirche wieder bespielbar sein.

Derweil sieht es indes auf der Orgelempore etwa so aus wie in einer Tischlerei. Mit vielen Holzbalken und -platten, aber ohne die Orgelpfeifen. Denn die wurden von der Aachener Firma Stahlhuth jüngst abmontiert und zur Reinigung wie Intonierung in eine Firmen-Filiale nach Rheinmüster bei Baden-Baden in Süddeutschland gebracht.

Jahrzehntealter Staub trübt den Klang

Unbedingt nötig war die aufwändige Renovierung der Orgel. Das merkten Andrea Leersch-Krüger, seit 2004 Kantorin in der Markus-Kirche, und Pfarrer Joachim Leberecht mit ihrer Gemeinde schon seit einiger Zeit. Der Orgelbau-Sachverständige, Kreiskantor Elmar Sauer, bestätigte den Verdacht und formulierte ihn zu einem Befund. Orgelbauer Timo Merki von der Firma Stahlhuth nennt die Orgel in der Markus-Kirche einen "Zwitter". Im Kern ist sie ein Instrument seiner Aachener Orgelfirma Stahlhuth aus dem Jahre 1927. Im Zuge einer Neugestaltung des Innenraums der Markuskirche in den Jahren 1974 und 1975 wurde die Stahlhuth-Orgel von 1927 um sechs weitere Register durch die Orgelbaufirma Bach aus Aachen ergänzt. Seit der Überholung und Aufstockung der Orgel vor 49 Jahren sind die Orgelpfeifen nicht mehr gereinigt worden. Der Blasebalg aus Leder ist inzwischen spröde und rissig geworden und wurde mehrmals notdürftig geflickt. Da das Instrument über kein schützendes Gehäuse verfügt, drang viel Schmutz ins Orgel-Innere ein. Der vor allem jahrzehntelang in den Pfeifen angesammelte Staub trübte den Klang. Es gibt also "noch und nöcher" hier etwas zu tun.

Durch die Renovierung ergreift die Lydia-Gemeinde Herzogenrath zudem die Gelegenheit beim Schopfe, den Klang der Orgel in ihrer Predigstätte Markuskirche aufzuhübschen. Diese verfügt nämlich noch über zwei Blanko-Register, die nun aufgefüllt werden. "Die Mixtur im Manual klang mitunter etwas schrill. Durch die neue Intonierung wird der Klang nun insgesamt wärmer", erklärt Kantorin Andrea Leersch-Krüger die Vorteile der Neuerung. Aktiviert wird eine bis dato stumme Prospekt-Pfeife im Pedal: Zum wärmeren Sound im Manual gesellt sich ein gediegenerer Bass-Klang.

Zum Schluss noch ein paar Zahlen

Wer es gerne in Zahlen ausgedrückt haben möchte: Aus bisher 12 werden nun 14 Register, was eine Erhöhung von 844 auf 918 Pfeifen mit sich bringt - denn jede denkbare Kombination von Registern benötigt eine Pfeife. Im Übrigen gilt für die renovierte Orgel: Neu muss je nach Orgel und Ort nicht immer besser sein. Orgelbauer Timo Merki: "Die bisherigen Pfeifen mit ihrer damaligen speziellen Legierung aus Zinn und Blei ergeben einen volleren Klang als die neuen. Wir passen also die Intonierung der neuen Pfeifen in Süddeutschland den bisherigen hier an".

Bleibt die Frage nach der Finanzierung. Bezahlt wird die Sanierung der Orgel von der Gemeinde selbst: durch Kollekten und womöglich durch Benefiz-Aktionen. Denkbar wären dabei unter anderem Konzerte. Pfarrer Joachim Leberecht: "Ab sofort nehmen wir gerne auch Einzelspenden an. Das kann geschehen mit dem Vermerk ,Orgel Markuskirche Herzogenrath' auf das Konto DE42 3905 0000 0000 0002 16 bei der Sparkasse Aachen".

Text: Joachim Peters

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