Aktuelles

Neues aus der Gemeindebücherei

Empfehlungen von Elke Greven

Nach den Sommerferien konnte die Bücherei wieder öffnen, und wir hoffen, dass es dabei bleiben kann, auch wenn die Inzidenzzahlen im Herbst weiter steigen sollten.

Von den dieses Jahr angeschafften Büchern möchte ich ein paar besonders empfehlen.

Mein Favorit ist „Vom Aufstehen - Ein Leben in Geschichten“ von Helga Schubert. Für die Titel gebende Geschichte „Vom Aufstehen“ hat die 80-jährige Schriftstellerin 2020 den Ingeborg Bachmann Preis bekommen. Schon 1980 war sie nach Klagenfurt eingeladen worden, erhielt aber damals keine Reisegenehmigung aus der DDR.
Eigentlich hatte sie sich schon vom Schreiben verabschiedet, aber vielleicht konnte sie erst nach dem Tod ihrer Mutter, die 101 Jahre alt wurde und zu der sie eine schwierige Beziehung hatte, diese Geschichten jetzt schreiben.
Es gelingt ihr in 29 kurzen Episoden ein ganzes Leben entstehen zu lassen. Geboren im Krieg, dramatische Flucht, eine Kindheit ohne Vater mit einer schwierigen Mutter, aber auch unbeschwerte Sommer bei der Großmutter in Vorpommern. Ihr ganzes Leben hadert sie mit der kalten Mutter. Aber im Rückblick fallen ihr auch positive Momente im Zusammenleben mit der Mutter ein und es gelingt eine innere Versöhnung.
Außerdem erfahren wir, was es bedeutete, eine Schriftstellerin in der DDR zu sein. Schon als kleines Kind hört die Mutter mit ihr westliche Rundfunksender, so dass schon früh ein kritischer Blick auf die DDR entsteht. Einerseits wird sie von der Stasi beobachtet, fühlt sich „eingemauert", genießt aber auch durch ihre Bekanntheit im Westen Privilegien und darf beruflich ins Ausland reisen. Nach der Wende genießt sie die neue Freiheit, politisch und persönlich.
Im letzten Absatz geht es ganz konkret um das mogendliche Ritual des Aufstehens, in dem sich die Liebe zu ihrem pflegebedürftigen Ehemann widerspiegelt.

Das zweite Buch „Für eine kurze Zeit waren wir glücklich" von William Kent Krueger ist vielleicht nicht ganz so präsent in den aktuellen Bestsellerlisten.
Im Sommer 1961 erlebt der dreizehnjährige Frank zusammen mit seinem jüngeren Bruder, wie der Tod in einer kleinen Stadt in Minnesota das Leben für alle, aber besonders für seine Familie für immer verändert. Da Kindern damals im ländlichen Raum sehr viel mehr Freiraum eingeräumt wird, sind sie immer hautnah bei den Todesfällen - von Unfall über Suizid bis Mord - dabei. Auch der Vater, der nach traumatischen Erlebnissen im Krieg Pfarrer geworden ist, traut ihnen viel zu. Als es die eigene Familie trifft, ist die Frage, ob der Glaube stark genug ist, als Familie zusammenzuhalten und anderen zu vergeben.

Auch im neuen Buch von Ewald Arenz (Alte Sorten) „Der große Sommer" geht es ums Erwachsenwerden. Statt Familienurlaub muss Frieder in den Ferien für die Nachprüfung in Mathe und Latein lernen. Doch zum Glück gibt es seine Freunde Alma, Johann und Beate – das Mädchen im flaschengrünen Badeanzug.

Zum Schluss noch zwei Krimitipps: "Das Dorf in den roten Wäldern" von Louise Penny ist der Beginn einer Serie klassischer Krimis, die im französich geprägten Teil Kanadas spielen in einem Dorf voll liebenswerter Charaktere mit einem sympatischen Ermittler.

Auch von Olaf Müller  gibt es einen neuen Lokalkrimi "Tote Biber schlafen fest“.

Viel Spaß beim Lesen wünscht Elke Greven im Namen des Büchereiteams

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