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Oberstufen-Chor der Viktoriaschule begeistert mit Konzert in St. Adalbert

Junge Stimmen überzeugen in grandioser Aufführung von Werken Felix Mendelssohn-Bartholdys - Urs Wörner leitet Chor aus 90 Schülerinnen und Schülern

Von Matthias Opitz

Nach der erfolgreichen Aufführung des Requiems von Mozart im November 2010 stellte Urs Wörner, Musiklehrer an der Viktoriaschule in Aachen, den Oberstufenchor der Viktoriaschule mit einem ausgewählten Programm von Kompositionen von Felix Mendelssohn-Bartholdy nun bei einem Konzert in der Kirche St. Adalbert erneut der Schulgemeinde und der Öffentlichkeit vor.

Eingestimmt wurden die Zuhörer auf das Mendelssohn-Bartholdy gewidmete Programm mit zwei wohl gezielt ausgewählten Orgelstücken. Angelo Scholly, Chorleiter und Organist in Richterich und auf der Hörn, spielte auf der Rieger-Orgel in St. Adalbert das Präludium und die Fuge Nr. II in G-Dur, op. 37, und den zweiten Satz der II. Sonate in c-Moll, op. 65, 2. Beide Stücke waren glänzend, aber auch behutsam die Weite und Großartigkeit der Polyphonie nachzeichnender Manier vorgetragen.

Den Orgelstücken folgten die Hymne: „Hör mein Bitten“, op. 96 für Chor und Orche-ster, die Ouvertüre aus dem Oratorium „Paulus“ für Orchester mit Variationen über den Choral „Wachet auf, ruft uns die Stimme“ von Bach und, als Höhepunkt des Pro-gramms, der Psalm 42, op. 42, mit einer fast wörtlichen Vertonung der Worte des Psalmisten in der Übersetzung von Luther. Der Psalm beginnt mit den Worten „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir“.

Musikalische Umsetzung von Gottferne und Gottnähe

Mendelssohn-Bartholdy folgt in sieben Sätzen der in diesen Worten angesprochenen Thematik der Gottferne und Gottnähe und findet in seiner musikalischen Umsetzung den adäquaten Ausdruck für die in nackten Worten kaum aus- und ansprechbare Sehnsucht des Menschen.
Diese Komposition ist ungeheuerlich, sie lässt einen schaudern. Insofern kann man Urs Wörner zu dieser Programmfolge nur beglückwünschen.
Die Viktoriaschule kann sich wirklich freuen, mit dem Orchester Musiker gefunden zu haben, die mit großem Engagement dem Ruf von Urs Wörner gefolgt sind. Gleiches sei auch gesagt mit Blick auf Sabine Busse, die bei den Proben im Vorfeld der Aufführung einen wesentlichen Anteil an der Einstudierung hatte und während der Aufführung das Orgelpositiv spielte.
Die Sopran-Solistin Violetta Palatinus aus Eschweiler hat ihre Aufgabe in der Hymne und im Psalm 42 ordentlich gelöst.

Chor und Dirigent schienen förmlich zusammengewachsen zu sein

Der Chor überzeugte in Klangfarbe, Intonation und Stimmlage und begeisterte völlig zu Recht die Zuhörer: Chor und Dirigent schienen förmlich zusammengewachsen zu sein. Und in Intonation und Klangfarbe waren gegenüber der wirklich ausgezeichneten Aufführung des Requiems von Mozart eine weitere Steigerung, weitere Lernprozesse zu vermerken. Um nur ein Beispiel neben vielen anderen zu nennen: Die Intonation und die Klangfarbe des „so“ im 4. Satz des Psalm 42, die Oboenkantilene des Eingangssatzes fortsetzend, übrigens mit viel Gespür und insgesamt berührend vorgetragen, verweisen auf die ungeheure Intensität dieser Lernprozesse und auf die Fähigkeit, den Ton und den sehnsuchtsvollen Ausdruck von Mendelssohn-Bartholdy zu finden und treffen.

Zart und behutsam, aber auch stark und gewaltig

Man ist begeistert von diesem Chor mit seinen jugendlich frischen Stimmen, seiner Fähigkeit zart und behutsam, aber auch stark und gewaltig zu intonieren, immer in der Lage, der Tonlage und der Interpretation des Komponisten im Verständnis etwa der Worte des Psalms zu folgen. Der Chor mit allen seinen Stimmen, sei es Sopran, Alt, Tenor oder Bass, zeigte diese Einheit der musikalischen Harmonie und des Ausdrucks.

Völlig überraschten die Fähigkeit und der Ton der jungen Männerstimmen im Quintetto des Psalm 42. So ganz gegen die gewohnten Stimmen eines beliebigen Männergesangvereins überzeugten die Schüler in jeder Hinsicht, in ihrer Gesangskultur, auch ihrem Mut, sich mit einem so schwierigen Stück der Öffentlichkeit zu präsentieren. Ihr Auftritt ist nachhaltig, ihre musikalische Darbietung bleibt unvergesslich.

"Prodesse und delectare" ist gelungen

Alles in Allem: Die Zuhörer haben eine grandiose Aufführung erlebt, das prodesse et delectare als Anforderung an derartige Aufführungen ist gelungen.
Dass der Viktoriaschule mit 90 Jugendlichen aus der Oberstufe ein derartig ausge-zeichnet harmonisierender Chor von jungen, frischen und eminent tragfähigen Stimmen erwachsen ist, stimmt für die Zukunft froh und macht auch ein bisschen stolz.

Und nicht zuletzt ist Urs Wörner zu danken. Man weiß, dass in einer Schule wenig geschieht ohne Anleitung und Begleitung durch einen Lehrer. Hier ist ein Lehrer, der Jugendliche begeistern kann und sie in eine Welt der Musik mitnimmt, die zunächst so gar nicht die ihre zu sein scheint, und sie zu unvergesslichen Erlebnissen führt.
Man mag nur hoffen, dass er diesen Elan, diese Freude behält, Schüler der Viktoriaschule zu ermutigen, vor allem auch zu befähigen, so großartige Werke der Musikli-teratur aufzuführen. Der Applaus am Ende der Aufführung war gewaltig und ernsthaft. Urs Wörner gab jedem Chormitglied eine rote Rose - sie dankten es ihm in einer von allen Nervositäten befreiten, ergreifenden Wiederholung des 1. Satzes „Wie der Hirsch schreit nach frischem Wasser, so schreit meine Seele, Gott, zu Dir“.  (Text: M. Opitz)

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