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Ökumenischer Gottesdienst zum Holocaust-Gedenken

Am Samstag, 27. Januar, um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Hellenthal - Gestaltet vom Sozialgenial-Projektkurs des Johannes-Sturmius-Gymnasiums Schleiden

Der Projektkurs der Jahrgangsstufe 11 des Städtischen Johannes Sturmius-Gymnasiums (JSG) Schleiden gestaltet gemeinsam mit Pfarrer Oliver Joswig und Diakon Klaus Hövel einen ökumenischen Gottesdienst am Samstag, 27. Januar um 18 Uhr in der Evangelischen Kirche in Hellenthal. Anlass ist der internationale Holocaust-Gedenktag zum Andenken an alle Opfer des Nationalsozialismus am Jahrestag der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz.

Im Mittelpunkt des Gottesdienstes stehen die jüdischen Schülerinnen und Schüler, die erst gemeinsam mit den evangelischen Kindern zur Volksschule gingen oder das Städtische Realprogymnasium in Schleiden besuchten, bevor sie von den Nazis gewaltsam aus der Schulgemeinschaft gerissen wurden. Ihre Schicksale wurden vom Projektkurs unter der Leitung von Heike Schumacher und Angelika Schmitz aufgearbeitet. Die Jugendlichen erforschten den Lebensweg der drei Brüder Erich, Richard und Oskar Kaufmann, die allesamt Schüler der Vorgängerschule des JSG waren und während des Holocausts ermordet bzw. zur Flucht nach Brasilien gezwungen wurden.

Die Aufarbeitung dieser Schicksale, auch für die App „Stolpersteine NRW – gegen das Vergessen“ des WDR, wurde als Sozialgenial-Projekt des Monats November der Stiftung Aktive Bürgerschaft ausgezeichnet.
Außerdem wird das Schicksal des jüdischen Mädchens Hanna Flora Zack vorgestellt. Sie wurde mit sieben Jahren durch den Kindertransport nach England gerettet, verlor aber ihre gesamte Familie im Holocaust. Sie erzählt davon als knapp 80-Jährige in einem Film, den 2013 ebenfalls ein Projektkurs der Schule als Film „gegen das Vergessen“ gedreht hatte. Mit Bildern und Zeitdokumenten wird im Gottesdienst an sie erinnert, um ein Zeichen gegen jede Form der Ausgrenzung und des Rassismus heute zu setzen.

Auch die musikalische Gestaltung des Gottesdienstes ist etwas Besonderes: Organist Axel Wilberg, ebenfalls Lehrer am JSG, wird jüdische Orgelmusik des 19. Jahrhunderts spielen. Eigentlich war die Orgel im Synagogengottesdienst nicht vertreten, bis sie in der Reformbewegung des Judentums Einzug in die großen Synagogen in Deutschland hielt. Eigens für die Synagoge komponierte Orgelmusik ist etwas Seltenes und ist heute kaum zu hören. Axel Wilberg hat einige Stücke ausgewählt, die den Gottesdienst untermalen werden.

Im Anschluss an den Gottesdienst präsentiert der Arbeitskreis JudiT.H („Juden im Tal Hellenthal“) seine jüngst überarbeitete Ausstellung „Wir waren Nachbarn“ im Evangelischen Gemeindehaus.

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