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Pfarrer Ulrich Holste-Helmer zieht es zurück in die Heimatstadt

In der Annakirche entpflichtet und in den Ruhestand verabschiedet – Neue Pläne für die Zeit in Essen

Wenn ein Pfarrer oder eine Pfarrerin die Abkürzung „i.R.“ hinter dem Namen stehen hat, soll das bedeuten „in Ruhe“ oder „im Ruhestand“. Doch dass es mit dem „Ruhestand“ bei Ulrich Holste-Helmer trotz seiner Entpflichtung und Verabschiedung am Sonntag nicht weit her sein wird, klang im Festgottesdienst bereits an. Verglich er selbst sich noch in seiner Abschieds-Predigt in der Aachener Annakirche mit einem Pferd, das aus dem Geschirr ausgespannt wird, oder einem Ochsen, befreit vom Joch, so betonten mehrere Gäste und Laudatoren: Pfarrer „i.R.“ wird bei ihm heißen „Pfarrer in Rufweite“.

Mit viel Herzblut, Verstand und Klugheit in Aachen gewirkt

Seit 2018 war Ulrich Holste-Helmer im Evangelischen Kirchenkreis Aachen tätig gewesen und hatte vor allem als „Springer“ gewirkt, wo Unterstützung und Entlastung nötig war, unter anderem in Herzogenrath, Eilendorf und Aachen-Mitte. Gemessen an seinem gesamten Berufsleben seien die wenigen Jahre in der Region Aachen „nur eine Episode“ gewesen, sagte Pfarrer Armin Drack. Er erinnerte daran, dass das Pfarrehepaar Annegret Helmer und Ulrich Holste-Helmer nach einem sechsjährigen Auslandspfarrdienst in Thailand hierhergekommen war und dankte Holste-Helmer dafür, die Arbeit im Kirchenkreis Aachen mit „mit viel Herzblut, Verstand und Klugheit“ geleistet zu haben. Vor allem in den Wirren der Corona-Jahre sei dies bei weitem nicht leicht gewesen.

Berufung endet trotz der Entpflichtung nicht

Pfarrerin Bärbel Büssow zeichnete ebenfalls den Lebensweg Ulrich Holste-Helmers nach und machte deutlich, dass er zwar mit diesem Tage von den Diensten in der Gemeinde entpflichtet sei, dass er aber ordinierter Pfarrer der Rheinischen Landeskirche bleibe. „Die Berufung zur Verkündigung und zur Darreichung der Sakramente endet hiermit nicht“, betonte sie.

Ulrich Holste-Helmer war 1987 in Vallendar bei Koblenz ordiniert worden und war mit seiner Frau Annegret 21 Jahre lang in seiner Heimatstadt Essen tätig, bevor beide sich entschlossen, den Auslandsdienst in Bangkok anzutreten. Nach Essen wird das Ehepaar nun auch wieder zurückkehren. Pfarrerin Büssow dankte Ulrich Holste-Helmer für seine Hilfsbereitschaft, Verlässlichkeit und Herzlichkeit und dafür, dass er immer ansprechbar gewesen sei.

Meditative Gottesdienste im Ruhrgebiet schon geplant

Dass Pfarrer Holste-Helmer in Essen schon mit offenen Armen erwartet wird, zeigte das Grußwort beim an den Gottesdienst anschließenden Empfang, das Pfarrer i.R. Manfred Rompf sprach. „Ich habe dich von allen hier wohl am längsten begleitet“, sagte der 87-Jährige schmunzelnd. „17 Jahre warst du alt, als du damals in Essen zu mir in den Meditationskurs kamst.“ Manfred Rompf ist Gründer und Leiter der Essener Schule der Kontemplation, war in Essen früher Synodaljugendpfarrer und ist dort langjähriger Synodalbeauftragter für Meditation.

Einige Jahre später habe er Ulrich und Annegret getraut, und während des Auslandsaufenthalts in Thailand besucht. Ihn und Pfarrer Holste-Helmer verbinde über lange Jahre unter anderem die Begeisterung für Meditation. „Für drei meditative Gottesdienste in Essen hat er sich schon eingetragen“, verriet Rompf den Anwesenden und setzte hinzu: „Jetzt geht es ja langsam nicht mehr darum, mich zu entlasten, sondern auch mein Amt zu übernehmen.“

"Es ist genug"

Ulrich Holste-Helmer hatte die Predigt zu seinem Abschied unter das Motto „Es ist genug“ (Offb. 3,7-13) gestellt. (Hier die ganze Predigt nachlesen.) Dies bezog er zunächst auf seine Entpflichtung und die Verantwortung, die von ihm nun genommen werde, dann jedoch auch auf die Ereignisse in der Welt, wie Terror und Gewalt, Hungern und Vertreibung von Menschen, die Zerstörung der Schöpfung und persönliches Leid. Vor all dem biete das adventliche Versprechen „Mein Jesus kömmt“ einen „inneren geschützten Raum“, in dem man selbst Atem schöpfen und anderen wieder Luft zum Atmen geben könne. Um diesen zu erreichen sei es wichtig, die Hoffnungszeichen im eigenen Leben wahrzunehmen und auf die frohe Botschaft des Evangeliums zu vertrauen.

Drei Fragen an Pfarrer i.R. Ulrich Holste-Helmer:

Worauf freuen Sie sich im Ruhestand am meisten?

"Dass ich mir nicht - wie andere Menschen, die in den Ruhestand gehen - Gedanken machen musste, wohin ich gehe (nämlich in meine Heimatstadt Essen mit vielen Freunden/innen) und wo und wie ich dort wohnen werde (nämlich in meinem leerstehenden Elternhaus, das gerade mit Hilfe eines sehr guten Architekten umgebaut wird)."

Womit werden Sie sich im Ruhestand beschäftigen?

"Mitarbeit bei Meditation in Essen (Öffentlichkeitsarbeit, meditative Andachten in der Marktkirche Essen), Kontakt zum Erprobungsraum "Segensbüro" in der Marktkirche (eine jüngere Pfarrkollegin dort kenne ich noch aus früheren Zeiten in Essen), einzelne Spontanvertretungen (Gottesdienst, Beerdigungen), Popchor unCHORrekt. Und vielleicht noch weitere Einsätze als "Urlaubspastor" an der Nordsee."

Welche Eindrücke nehmen Sie aus dem Kirchenkreis Aachen mit?

"Die intensivsten Eindrücke aus der Gemeinde Aachen: die Pfarrkollegen/innen (alt und jung gemeinsam!) seit dem Sommer im intensiven und kreativen Umbruch im Blick auf die Dienste und die Zusammenarbeit - also eine Perspektive, die ich als "Wanderprediger" ja schon länger einnehmen durfte. In die Eifelregion hatte ich eher (entfernungsbedingt) weniger Kontakte. Und in der Nordregion in den letzten Jahren (einsatzbedingt) auch immer weniger. Eine spannende Bereicherung in Aachen war zudem der Blick über den Tellerrand in der Mitarbeit im Dialog der Religionen."

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