Pfötchengeben als Therapie

Therapiehund "Findus" erfreut die Senioren im Tagespflegehaus des Diakonischen Werks in Aachen - Zur bestandenen Abschlussprüfung gibts eine Wurst

Kein Wort hatte der demenzkranke ältere Herr mehr gesprochen – bis Findus kam. Als der Hund schwanzwedelnd und mit freundlichem Blick durch den Aufenthaltsraum des Tagespflegehauses lief, verfolgte der sonst stumme Besucher ihn zunächst  mit den Augen und sagte dann plötzlich: „Hundchen, komm mal her!“ Inzwischen ist Findus aus der Pflegeeinrichtung in Burtscheid nicht mehr wegzudenken. „Die Leute unterhalten sich mit dem Hund, streicheln ihn, und bei Brettspielen kann Findus sogar mit einem großen Schaustoffwürfel würfeln“, erzählt Christa Lardinoix, Findus‘ Halterin.

Theorie- und Praxistraining für Mensch und Hund

Als stellvertretende Pflegedienstleiterin des Tagespflegehauses des Diakonischen Werks im Kirchenkreis Aachen hat sie mit ihrem Beagle-Parson-Terrier-Mischling jetzt auch offiziell eine Weiterbildung „Tiergestützte Therapie“ abgeschlossen. Ein halbes Jahr lang absolvierten beide Unterrichtseinheiten, in denen Findus unter anderem lernte, mit älteren Menschen im Rollstuhl, am Rollator oder an Krücken umzugehen und Leckerchen besonders vorsichtig anzunehmen. Für Christa Lardinoix standen auch Theoriestunden auf dem Programm, zum Beispiel zu Hygieneregeln, die mit dem Hund in der Einrichtung beachtet werden müssen. Jetzt hat das Team die Abschlussprüfung bei Hundetrainerin Ulla Doum-Ackermann bestanden. „Für dieses Training ist im Grunde jeder gut sozialisierte Hund geeignet“, meint die zertifizierte Fachfrau für tiergestützte Therapie. „Beagles und Golden Retriever sind grundsätzlich eine gute Wahl als Therapiehund, weil sie menschenbezogen und aggressionslos sind.“

Findus kam aus dem Aachener Tierheim

Für Findus ist die nun abgeschlossene Weiterbildung ein besonderer Erfolg, da er noch gar nicht erzogen war, als Christa Lardinoix ihn vor zwei Jahren aus dem Aachener Tierheim in ihre Familie holte. Während sie nach der Prüfung eine Urkunde erhielt, hatte Renate Weidner vom Diakonischen Werk für Findus eine Wurst vom Metzger mitgebracht, die er sofort gierig verschlang. „Man sieht, dass er genau zwischen Arbeit und Freizeit unterscheiden kann“, sagte Lardinoix lachend. „So ungestüm würde er sich in der Therapie nicht benehmen!“

 

 

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