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Rückblick - ein Jahr nach der Flut

Über 90 Menschen kamen am 14. Juli in der kath. Kirche St. Rochus zusammen, um zu gedenken, Trost zu erfahren und Dank zu sagen.

2021 war ein außergewöhnliches Jahr. Für Betroffene war es das Jahr der Flut. Es war das Jahr, in dem sie ihr Hab und Gut, ihr Haus, ihre Wohnung, ihre Tiere, einfach alles verloren haben. Es war aber auch ein Jahr der unzähligen Helfer und Spenden. Ein Jahr des Zusammenrückens und füreinander Einstehens. 2021 war auch ein Jahr der Hoffnung. In der Nacht vom 14. auf den 15. Juli 2021 schwollen Hassel und Vicht aufgrund tagelanger Unwetter auf ihren bisher höchsten Pegelstand an, überschwemmten innerhalb weniger Stunden ganze Ortschaften. Die Flutwelle zerstörte Häuser, riss Brücken ein und machte Straßen unpassierbar. Wir teilen den Schmerz all jener, die in dem Wasser so viel verloren haben. Bäche sind ein Geschenk der Natur. Wasser ist Leben. Die Kraft des Wassers kann zerstörerisch sein, und wir wissen: das liegt auch an uns, an unserer Art zu leben und unserem Umgang mit der Natur. Nach dem Hochwasser kam die große Hilfsbereitschaft. Unzählige Spenden wurden gesammelt, viele Helfer zogen los um dort anzupacken, wo Hilfe benötigt wurde. Unser Dank gilt diesen Menschen. Wir haben nicht nur eine schreckliche Welle der Verwüstung erlebt, sondern auch eine uns alle bewegende Welle der Solidarität, Nächstenliebe und Freundschaft. Das Eine wie das Andere wird unvergessen bleiben."
Pfr. Rolf Schopen

          Danke für die große Hilfe. Es war und ist bis Heute das Schönste, was uns bei diesem großen Unglück gegeben wurde.

Schmerz und Trauer im Rückblick, Dankbarkeit und Hoffnung im Blick nach vorn. Alles hatte seinen Platz, alles durfte sein.
Marion Meurer

          Lieber Gott, wir bringen dir auch in dieser Zeit unsere Bitte um Frieden in der Ukraine, in Nigeria und in allen Ländern der Erde, die so sehr diesen Frieden brauchen.

… Wir haben die Sturmstillung aus dem Matthäus-Evangelium 14,22-43 gehört … Liebe Schwestern und Brüder, in der Welt sind wir im Boot des Lebens. Von Zeit zu Zeit erfahren wir Wellen unterschiedlicher Art. Wenn es nicht eine Krankheit ist, kann es das Problem in der Familie/ in der Beziehung sein …,  in der Arbeit,  im Dorf/ der Stadt oder Zukunftsängste, Hunger…  Diese Episode aus dem Bibeltext erinnert uns an alles, was uns in unserem Leben bedroht.

Wir sollen nicht denken, dass Jesus uns verlässt, wenn wir Probleme haben. Jesus ist mit uns und geht mit uns auf dem Weg unseres Leidens. Wenn wir in unserer Not still sind und unseren Blick zu Jesus wenden, werden wir seine tröstenden Worte hören: „Vertraut mir, fürchtet euch nicht, habt keine Angst und glaubt an mich“. Wenn wir in unserer Not unsere Hände zu Jesus strecken, wird seine Hilfe durch die Menschen wirken. Ja, wir haben das in der schrecklichen Situation des Hochwassers erfahren, wie die Menschen hier und auch aus verschiedenen Orten bereit waren, den Betroffenen zu helfen. … Die evangelische Kirche ist auch offen, wir waren eingeladen zu kommen, um die Heilige Messe in der alten  Kirche zu feiern. … Was für eine Liebe. Das ist christlich. Es ist ein Zeichen der Liebe, der Einheit und der Solidarität. Es zeigt, dass wir füreinander da sind. Und genau das ist es, was Jesus von uns will. Er will, dass seine helfende Kraft und rettende Hilfe durch uns wirken. Und mit dieser Aktion der Solidarität und auch der Liebe kann man das Gefühl des Himmels hier auf der Erde spüren.
Liebe Schwestern und Brüder, diese Tat Jesu in seiner Begegnung mit Petrus ist für uns alle eine Herausforderung, immer bereit zu sein, um den Not leidenden Menschen zu helfen. Er ruft uns auf zu helfen. Wir müssen Gottes Hilfe und Liebe mit anderen teilen. Am Ende wird Jesus uns fragen, was habt ihr für mich getan, als ich hungrig oder obdachlos oder krank war. Einfach zu fragen, was habt ihr für mich getan, als ich in Not  war. Vergiss nicht die Aussage Jesu, was ihr für einen meiner geringsten Brüder oder Schwestern getan habt, das habt ihr mir getan. Liebe Brüder und Schwestern, die Ihr betroffen seid, macht euch keine Sorgen. Wir wissen, dass es schwer war, und noch schwer ist, aber ihr seid nicht allein. Wir beten für euch und auch für die Gnade Gottes in eurem Leben. … Wir beten für unsere Gemeinde und unser Land, Deutschland und auch für die ganze Welt, dass Gott uns behüten und auch beschützen wird, um uns vor Gefahr zu bewahren. Lass er uns immer seinen Weg zeigen und die Kraft  geben, ihm zu folgen. Amen
Pater Sylvanus Njurum

     Wir vertrauen auf Gott, dass wir so etwas nicht noch einmal mitmachen müssen. Hilf’ uns, die Natur in all ihrer Schönheit wahr zu nehmen und zu schützen. Hilf uns, sie zu respektieren und wieder mit ihr zu leben.

Mich haben die Menschen sehr angerührt, die alles aus ihrem vorherigen Leben verloren haben und ohne Klagen ihre Dankbarkeit für grenzenlose Hilfe und Zusammenhalt zum Ausdruck brachten, verbunden mit der Hoffnung, dass diese gegenseitige Fürsorge und ein friedvolles Miteinander sich auch in der Zukunft fortsetzen mögen.
Monika Heinrichs

         Du Gott, der uns mit seiner Zärtlichkeit immer umgibt, löse die Verkrustungen in unseren Herzen und lass uns erkennen, dass wir ohne einander und ohne dich nicht unseren Frieden finden können.

Der Gedenkgottesdienst zum Jahrestag der Flutkatastrophe, die in verheerender Weise auch unseren Ort getroffen hat, war sehr berührend. Ansprechend waren die ausgesuchten Lieder und Gebete, die zusammen mit den gezeigten Bildern der Verwüstung wiedergaben, was viele Menschen empfunden haben und immer noch empfinden. Und wenn Gott da ist, mit uns ist im Boot des Lebens, dann darf ich ihm meine Not, mein Leid, mein Unverständnis vor die Füße legen. Wenn er uns das Leid schon nicht erspart, dann soll er es wenigstens mittragen. Die Begegnung mit ihm, die uns auch in aller erfahrenen Hilfsbereitschaft geschenkt wurde, möge Kraft schenken aus dem Glauben, der uns auch in widrigen Zeiten und Umständen die Hoffnung nicht verlieren lässt. Vielen Dank für diese einfühlsame Stunde.
Norbert Bolz

          Die Freundlichkeit über die Grundstücksgrenze möge bestehen bleiben! Die „Freundschaft“, eine zarte Pflanze, gibt Mut zum Weiterleben. Dank allen Helfern!

Ein eindrucksvoller ökumenischer Gottesdienst mit vielen denkwürdigen Beiträgen von Betroffenen und Helfern in der von der Flut stark in Mitleidenschaft gezogenen kath. Kirche. Ein trauriger, aber auch Mut spendender Impuls auch mit der abschließend vorgestellten Gedenktafel.
Thomas Diepes

Die vielen Menschen fanden im Anschluss an die Gedenk-Andacht nicht genug Platz vor der Kirche. Viele gingen bald nach Hause und das gegenseitige Erzählen kam zu kurz. Schön war, dass die Frauen des Strickkaffees viele Kerzen-Gläser gestaltet hatten, die als Zeichen der Hoffnung mit nach Hause genommen wurden. 
Marlene Müller

 

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