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Schließung des Bombardier-Werkes in Aachen geht auch uns an!

Superintendent Bruckhoff ruft zur Beteiligung an Unterschriftenaktion auf - "Ungerechte Entwicklung im Lichte des Evangeliums ein Skandal"

Liebe Leserinnen und Leser!

 

Jakobus 5, 1-4:

Und nun, ihr Reichen: Weint und heult über das Elend, das über euch kommen wird! Euer Reichtum ist verfault, eure Kleider sind von Motten zerfressen. Euer Gold und Silber ist verrostet, und ihr Rost wird gegen euch Zeugnis geben und wird euer Fleisch fressen wie Feuer. Ihr habt euch Schätze gesammelt in diesen letzten Tagen! Siehe, der Lohn der Arbeiter, die euer Land abgeerntet haben, den ihr ihnen vorenthalten habt, der schreit, und das Rufen der Schnitter ist gekommen vor die Ohren des Herrn Zebaoth.

 

Die Stelle aus dem Jakobusbriefe ist nur eine von vielen in der Bibel, die die soziale und wirtschaftliche Gerechtigkeit zur Chefsache erklärt, ihr gilt Gottes besondere Aufmerksamkeit. Als Christen haben wir den Auftrag, den Zusammenhang zwischen dem Elend der Einen und der Gewinnmaximierung der Anderen zu benennen. Ungerechte Verhältnisse und Entwicklungen, sehen wir als Christen nicht allein unter den bekannten Argumenten wirtschaftlicher  und politischer Sachzwänge, sondern im Lichte des Evangeliums als Skandal.

Die angekündigte  Schließung des Aachener Bombardier-Werkes, mit der 600 Menschen ihren Arbeitsplatz verlieren, geht auch uns in der evangelischen Kirche in unserer Region und in unseren Gemeinden an. Menschen aus unseren Gemeinden sind betroffen mit ihren Familien. Die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit des Arbeitens und Wirtschaftens in unserer Region sind durch die Entscheidungen eines global handelnden Unternehmens erschüttert

Wir müssen uns fragen: was soll unter uns gelten? Haben wir noch miteinander vereinbarte und verabredete Grundsätze für unser Wirtschaften und Handeln? Das ist eine politische und soziale und zutiefst menschliche Frage.

Reine Gewinnmaximierung zerstört Strukturen unseres Zusammenlebens

Jeder Kaufmann und jedes Unternehmen hat eine Verantwortung für die Gemeinschaft. Eine Logik der reinen Gewinnmaximierung und nicht nachvollziehbare, willkürlich anmutende Konzernentscheidungen, die niemandem wirklich verantwortlich sind, zerstören die menschlichen, sozialen und demokratischen Strukturen unseres Zusammenlebens.     

Die akute Situation wirft Fragen auf:

-         die Frage der Wirtschaftlichkeit des Standortes in Aachen,

-         die Frage, wie voll oder leer die Auftragsbücher sind,

-         die Frage, inwiefern politisch gegebene Zusagen zur Sicherung des Standortes jetzt vom Unternehmen missbraucht werden.

Grundsätzlich aber müssen wir die Frage stellen, ob ein weltweit handelndes Unternehmen tatsächlich dieser menschenverachtenden Sachlogik neoliberaler Globalisierung folgen muss oder nicht ebenso ein Profil finden könnte, indem es verbindlichen und verantwortlichen Grundsätzen eines Wirtschaftens für das Leben folgt.

Als evangelische Kirche sehen wir die Verlierer dieser globalen Schachzüge, die Belegschaft von Bombardier mit ihren Familien. Ihnen gilt unsere Solidarität.

Gleichzeitig bleiben wir zusammen mit allen anderen  gesellschaftlichen und politischen Institutionen und Verantwortlichen gefragt, für die Betroffenen einzutreten und solche Entwicklungen nicht einfach hinzunehmen.

Ihre Solidarität mit der Belegschaft des Bombardier-Werkes in Aachen können Sie zum Ausdruck bringen, indem Sie die beigefügten Unterschriftenlisten selbst  unterschreiben und  auch andere darauf aufmerksam machen.

Hans-Peter Bruckhoff
(Superintendent des Evangelischen Kirchenkreises Aachen)

  • Ausgefüllte Unterschriftenlisten können abgegeben oder geschickt werden an: Superintendentur des Kirchenkreises Aachen, Haus der Evangelischen Kirche, Frère-Roger-Str. 8-10, 52062 Aachen.
Ansprechpartner:innen

Heike Keßler-Wiertz

Vorständin

Geschäftsstelle
Reichsweg 30
52068 Aachen

0241 / 56 52 82 91

Pfarrer Erik Schumacher

Sprecher des Vorstandes

0241 / 56 52 82 90