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"Vergib uns unsere Schuld(en)"

eTwinning-Projekt Aachener Schüler mit Partnern aus Gent und Zürich in der Dreifaltigkeitskirche - Religionsunterricht arbeitet eng mit Wirtschaftslehre und Rechnungswesen zusammen

Wie der Religionsunterricht zur beruflichen Qualifizierung beitragen kann, hat ein internationales Projekt am Aachener Berufkolleg für Wirtschaft und Verwaltung in der Lothringerstraße jetzt bewiesen. Lehrerin Natascha Wolter und Pfarrerin Folke Keden-Obrikat hatten dafür die Lernsituation „Vergib uns unsere Schuld(en)" entwickelt. Denn ihre Schüler, angehende Rechtsanwalts- und Notarfachangestellte, setzen sich neben rechtlichen Verfahrensabläufen, der Erstellung von Schriftstücken und Insolvenzquotenberechnung auch mit der persönlichen Situation überschuldeter Personen auseinander. Dabei stellen sie sich Fragen nach Versuchung und Schuld und entdecken Aspekte von Vergebung, um in ihrem beruflichen Alltag kompetent agieren zu können. Das heißt praktisch: Der Religionsunterricht arbeitet in diesem Fall eng mit den Fächern Allgemeine Wirtschaftslehre, Rechtskunde, Textverarbeitung und Rechnungswesen zusammen.

Schulen aus Europa über das Internet vernetzt

Seit März 2014 arbeiten zwei Klassen des Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung über "eTwinning" mit Schülergruppen aus Gent und Zürich zusammen an diesem Thema. "eTwinning" ist ein Teil des EU-Bildungsprogrammes Erasmus+ der Europäischen Kommission, das Schulen aus Europa über das Internet vernetzt. Für den Austausch von Arbeitsergebnissen nutzen die drei Schulen die Arbeitsplattform "twin space" und kommunizieren miteinander per E-mail, Chat oder in Foren.

Fiktive "Versuchungssituationen" im Rollenspiel

Ende April sind sich die beteiligten Schülergruppen nun erstmals persönlich in der Dreifaltigkeitskirche in Aachen begegnet. Nach Kennlernaktionen und der offiziellen Eröffnung der Veranstaltung durch den Schulleiter des Aachener Berufskollegs für Wirtschaft und Verwaltung in der Lothringerstraße, Thomas Döring, absolvierten sie einen halben Tag lang verschiedene Aufgaben. Zum Beispiel begaben sie sich mit länderübergreifend besetzten Rollenspiele in „Versuchungssituationen“ mehr Geld auszugeben als vorhanden ist und tauschten sich im Plenum über länderspezifische Gemeinsamkeiten und Unterschiede des privaten Insolvenzrechtes aus.

Die grenzüberschreitende Zusammenarbeit bereichert die gewohnten Unterrichtsmethoden und ermöglicht einen Blick über den Tellerrand. Die gelungene persönliche Begegnung hat alle beflügelt. Die Dreifaltigkeitskirche war der ideale Ort für eine derartige Begegnung.

(Text: Folke Keden-Obrikat)

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