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"Vom Winde nicht verweht": Erste Aachener Gedenkfeier für Verstorbene ohne Angehörige

Städtisches Ordnungsamt musste seit Januar 2012 die Bestattung von 180 Aachener Bürgerinnen und Bürgern veranlassen - Veranstaltung am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr auf dem Friedhof Hüls soll den Verstorbenen ein ehrendes Andenken bereiten - Oberbürgermeister Marcel Philipp verliest als Schirmherr Namen der Toten

Jedes Jahr kümmert sich das städtische Ordnungsamt um die Bestattung von rund 120 Menschen. Diese „ordnungsbehördlich verfügten Bestattungen“ sind Bestattungen, bei denen entweder keine Angehörigen ermittelt werden können oder die Angehörigen - aus welchen Gründen auch immer - nicht in der Lage sind, ihrer gesetzlichen Bestattungspflicht nachzukommen.

Unter dem Titel „Vom Winde nicht verweht“ veranstaltet jetzt erstmals ein Arbeitskreis aus Mitgliedern der evangelischen und katholischen Kirche gemeinsam mit der Stadt Aachen eine öffentliche Gedenkfeier auf dem Friedhof Hüls, mit der derjenigen Menschen gedacht werden soll, deren Beerdigung im Jahr 2012/2013 durch das Ordnungsamt der Stadt beauftragt wurde. Schirmherr der Gedenkfeier ist Oberbürgermeister Marcel Philipp. Er selbst wird bei der Feier anwesend sein und im Wechsel mit weiteren Mitwirkenden die Namen der Verstorbenen verlesen. Die Gedenkfeier beginnt am Donnerstag, 16. Mai, um 18 Uhr in der Trauerhalle auf dem Friedhof Hüls (Wilmersdorfer Straße 50).

Gedenkfeier schließt alle Verstorbenen und Hinterbleibenen ein, gleich welcher Kultur oder Religion

Zu der Gedenkfeier sind selbstverständlich alle Freunde und Bekannten der Verstorbenen eingeladen, aber auch alle anderen Aachener Bürgerinnen und Bürger, die den einsam Verstorbenen ein würdiges Andenken bereiten möchten. Die Gedenkfeier ist ausdrücklich nicht ausschließlich ein Gottesdienst, weil sie auch die Menschen einschließen soll, die keiner Kirche angehörten. Alle Interessierten macht am Mittwoch, 15. Mai, eine große Traueranzeige in den Aachener Zeitungen auf die Gedenkfeier aufmerksam, die der Aachener Zeitungsverlag in Kooperation mit dem Arbeitskreis unentgeltlich veröffentlicht. Die Veröffentlichung soll auch Hinterbliebene auf die Gedenkfeier aufmerksam machen, die bei der Beisetzung nicht anwesend waren oder sein konnten oder bislang noch gar nicht vom Tod der Person erfahren hatten.

Fruchtbare Kooperation von städtischen Ämtern, evangelischer und katholischer Kirche

„Es ist uns sehr wichtig, dass es in Aachen würdige Bestattungen für alle Bürgerinnen und Bürger gibt“, sagt Elke Wartmann, die zuständige Abteilungsleiterin des Ordnungsamtes. „Umso mehr sind wir froh, dass den Menschen, die bei ihrem Tod niemanden mehr hatten, jetzt mit dieser Feier ein ehrendes Andenken bereitet wird.“ Die Zahl der Fälle, in denen das Ordnungsamt sich um die Bestattung kümmern muss, steige von Jahr zu Jahr leicht, aber stetig. In Aachen finden fast alle dieser Bestattungen auf dem Friedhof Hüls statt. In der Regel sind es Erdbestattungen in einem mit einem Holzkreuz versehenes Reihengrab. In Zukunft sollen aber auch Bestattungen in einem mit Rasen bedeckten Grabfeld möglich werden, die andere Arten der Kennzeichnung erlauben und an „Verabschiedungsplätzen“ zum Gedenken an die Verstorbenen einladen.

„Neben der Gedenkfeier ist das zweite gute Ergebnis unseres gemeinsamen Arbeitskreises mit den Kirchen“, sagt Ordnungsamtsleiter Detlev Fröhlke. „Und der Arbeitskreis soll auch in Zukunft weiterhin bestehen und ein Garantiegremium dafür bleiben, dass es in Aachen ein würdevolles Gedenken an die gibt, die sonst vergessen würden.“

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