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Vortrag "Martin Luther und die Freiheit"

Prof. Jürgen Schnakenberg referiert im Gemeindezentrum Kornelimünster am 26. April, 20.00 Uhr

Martin Luther ist für viele Menschen der Verkünder von Freiheit, hat er doch eine Schrift veröffentlicht, von der zumindest der Titel allbekannt ist: "Von der Freyheyt eyniß Christenmenschen". Er gilt als der Befreier der Christenmenschen von der Bevormundung durch die Kirche und stellt den Menschen direkt vor Gott. Und auch Aufständische gegen die Unterdrückung durch unersättliche Landesherren wie z.B. in den Bauernaufständen beriefen sich auf den Reformator. Umso größer ist das Erstaunen, wenn man von einer anderen, wohl weniger bekannten Schrift Luthers erfährt: "De servo arbitrio", zu Deutsch: "Vom unfreien Willen". In der Tat war Luther davon überzeugt, dass der Mensch keinen freien Willen hat. In seinem Verhältnis zu Gott sei der Mensch allein auf Gottes Gnade angewiesen, sola gratia, und könne nichts aus eigenem Willen bewirken, das mag vielen von uns noch bekannt sein.

Aber dass Luther darüber hinausgeht und jeglichen freien Willen des Menschen in Frage stellt, das ist denn doch überraschend. Er gerät damit in eine Auseinandersetzung mit dem Humanisten Erasmus von Rotterdam, der zuvor in seiner Schrift "De libro arbitrio", zu deutsch "Vom freien Willen", verkündet hatte, dass Gott dem Menschen einen freien Willen gegeben habe.

Über die Jahrhunderte wurde das so interpretiert, dass Luther noch dem mittelalterlichen Denken verhaftet sei, in dem Freiheit keinen besonderen Wert darstellte, während Erasmus schon der Verkünder der Neuzeit sei, in der Freiheit zu einem der höchsten Werte des menschlichen Lebens wurde. Und jetzt, in unserer Gegenwart wird das alles plötzlich auf den Kopf gestellt. Die Naturwissenschaften und insbesondere die Hirnforschung entdecken, dass sie mit den Ergebnissen ihrer Arbeit eben doch Luther und nicht etwa Erasmus Recht geben müssen. Hat Luther tatsächlich so weit bis in die Zukunft gedacht? Einige seiner Gedanken treffen unsere Gegenwart so genau, dass wir sie heute kaum besser fassen können als Luther das vor 500 Jahren bereits tat.

Wer gerne tiefer in diese Thematik einsteigen und sich darüber austauschen möchte, der kann dies am Donnerstag, dem 26.4. 2018 um 20.00 Uhr im Gemeindezentrum in Kornelimünster gerne tun.

Ihr Jürgen Schnakenberg

 

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