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„Welche Farbe hat Dein Jesus?“

Kirche und Rassismus war das Thema beim Belgisch-Deutschen Konvent Ende August - Zugleich Feier des 60. Geburtstag dieser ökumenischen Intiative

Der Belgisch-Deutsche Konvent tagte vom 24. bis 27. August 2022 in der Tagungs- und  Begegnungsstätte Zinzendorfhaus in Neudietendorf, in der Nähe von Erfurt. Das Thema in diesem Jahr lautete: „Welche Farbe hat Dein Jesus?“ – Kirche und Rassismus.

Nathalie Eleyth (Ruhr-Universität Bochum) ging in ihrem Vortrag vor rund 30 Teilnehmerinnen und Teilnehmern der Tagung der Frage nach, wie wir in der Kirche über Rassismus und weiße Privilegien sprechen können und gab einen umfassenden Überblick über die Geschichte, Einordnung, Formen und Wirkweisen von Rassismus und stellte die verschiedenen Phasen im Umgang mit Rassismus dar. Dr. P.E.M. Meijers (Protestantse Theologische Universiteit Amsterdam) entwickelte in ihrem Vortrag „Biblisch-theologische Impulse einer interkulturellen Theologie“ und plädierte für eine farbenbewusste statt einer farbenblinden Theologie. Die anschließenden Diskussionen zeigten die Aktualität und Brisanz des Themas.

Berichte aus verschiedenen interkulturellen Gemeinden

Wenn ein Schwarzer auf die Frage „Woher kommst du?“ antwortet: „Ich komme aus Bochum“, dann wird meistens weitergefragt, wo denn die Eltern herkommen und dass die Vorfahren doch woanders herkommen müssten. Dahinter steckt das oft unbewusste Bedürfnis, Menschen nach ihrer Herkunft einzusortieren. Offenbar ist es schwer zu verstehen, dass ein schwarzer Mensch aus Deutschland stammt. Ein weiterer Schwerpunkt der Konferenz waren anschauliche Berichte und Beispiele aus interkulturellen Gemeinden, so aus Hasselt (Protestantse Kerk) und aus Brüssel (Bruxelles Église Botanique) in Belgien und der Französisch-Reformierte Gemeinde Frankfurt a.M.

Belgisch-Deutscher Konvent feierte 60. Geburtstag

Am letzten Abend feierte der Belgisch-Deutsche Konvent seinen sechzigsten Geburtstag. „Der Deutsch-Belgische Bruderrat ist ein kleines ökumenisches Juwel und zeichnet sich durch das aus, was Ökumene ermöglicht, trägt und lebendig erhält: er entstand aus der Initiative einzelner engagierter Persönlichkeiten, er nutzt die gewachsenen nachbarschaftlichen Beziehungen für die gemeinsame Bearbeitung von Themen, die Kirche und Gesellschaft bewegen, und ist bei allen Unterschieden stets eine Begegnung auf Augenhöhe.“ (Aus dem Grußwort des Präses Nikolaus Schneider zum 50-jährigen Bestehen 2012) Präsident Steven H. Fuite, (Vereinigte Protestantische Kirche Belgien) und Präses Dr. Thorsten Latzel (Evangelische Kirche im Rheinland) schickten Grußworte zum 60. Geburtstag.

Ursprünglicher Name "Bruderrat"

Bis Anfang der 2000er Jahre hieß der Konvent Bruderrat. Dieser war 1961 gegründet worden um „die Belange der Protestanten in Belgien und im Rheinland gegenseitig bekannt zu machen und Hilfestellung bei Schwierigkeiten zu vermitteln“ (50 Jahre, Deutsch-Belgischer Bruderrat. Erinnerungen von Harald Kampmann). Im Spätherbst 1962 trafen sich von diesen „Gründern“ eingeladene Personen im evangelischen Gemeindezentrum in Eupen zu einer ersten Tagung. Die dort versammelten Menschen wollten zur Versöhnung und zum Austausch beitragen und zur gegenseitigen Hilfe und zur Begegnung – auch zu den Partnergemeinden in der DDR - ermutigen. Der Namenswechsel zum „Belgisch-Deutschen Konvent“ steht für den Wandel in den vergangenen 60 Jahren und die sich ändernden Themen. Der Konvent bildet heute ein Forum zum Austausch zwischen Menschen aus beiden Kirchen über aktuelle Themen. Dort treffen sich Pfarrer und Pfarrerinnen, Ruheständler und Interessierte aus Gemeinden in Belgien und Deutschland.

Text: Pfarrerin Bärbel Büssow

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