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Zeugen Jehovas nutzen Trauersituation aus

Evangelische und katholische Kirche kritisieren aufdringliche Missionsbriefe

Die Ökumenebeauftragten des Bistums Aachen, Dr. Herbert Hammans, und des Evangelischen Kirchenkreises Aachen, Pfarrer Armin Drack, kritisieren die sich in letzter Zeit häufende Missionsstrategie der „Zeugen Jehovas“. In mehreren dokumentierten Fällen seien Angehörige von Verstorbenen angeschrieben worden, die in veröffentlichten Todesanzeigen eine Adresse angegeben hatten.

Die Anschreiben der Zeugen Jehovas geben sich zunächst als Kondolenzbriefe aus, verbreiten dann aber im Weiteren ihre Lehrinhalte. Sie ähneln sich in Stil, Sprache und Themen so sehr, dass dahinter eine generelle Strategie der Sekte vermutet werden darf – zumal die Absender nicht nur aus dem Stadtgebiet von Aachen, sondern auch aus Monschau und sogar aus Frankfurt am Main stammen.

Adressaten sollten Zusendungen ignorieren

Gegen diese unerwünschten Postsendungen habe man allerdings kaum eine juristische Handhabe, bestätigten die beiden Ökumenebeauftragten. Dies habe sich in früheren Fällen gezeigt, als mit ähnlich unlauteren Praktiken gewisse Firmen mit wirtschaftlichen Interessen Werbematerial oder Zahlungsaufforderungen namentlich zugestellt hätten.

„Gegen schlechten Geschmack und fehlenden Anstand lässt sich leider nichts unternehmen“, meint Drack, der sich scharf von solchen „aufdringlichen Missionsbriefen“ distanziert. Ähnlich sieht es auch Hammans: „Menschen in der Trauer geradezu zu bedrängen und ihnen unangemessen zu nahe zu treten, ist schlechter Stil und widerspricht der Frohen Botschaft. Wirklich hilfreich für die Trauernden ist es nicht.“

Drack rät den Betroffenen, entsprechende Zusendungen nicht zu beachten und bei Bedarf sich eher an die kirchlichen oder auch weltlichen Trauerbegleiter zu wenden, die die Angehörigen auch bei der Abschiedsfeier begleitet hatten.

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