
25 Jahre Diakonisches Werk – Ein Blick aus dem Aufsichtsrat
Von den Gründungsmitgliedern ist heute keines mehr im Aufsichtsrat dabei. Das ist zum einen schade, aber es ist erfreulich, dass inzwischen auch einige jüngere Mitglieder Verantwortung übernommen haben. Das ist ein gutes Zeichen für die Zukunft.
Wir gehören als evangelische Einrichtung zu den kleineren in der Region. Dennoch hat das Diakonische Werk eine erkennbare Bedeutung für das gesellschaftliche Leben. Die Zusammenarbeit mit der großen Schwester Caritas sowie mit anderen Einrichtungen der Sozialverbände stärkt die soziale Arbeit insgesamt. Unser Werk ist ein Ort, an dem Menschen in schwierigen Lebenslagen Unterstützung finden – verbunden mit Respekt und einem würdevollen Umgang. Die diakonische Arbeit zeigt, dass Kirche nicht nur spricht, sondern handelt – unter dem Leitmotiv: „Da sein. Nah sein. Mensch sein.“
Das Diakonische Werk im Kirchenkreis Aachen versteht sich als Stimme der Klient:innen – in gesellschaftlichen und politischen Zusammenhängen in Stadt und Region. Es bringt die Lebensrealitäten der Menschen in die öffentliche Diskussion und setzt sich für soziale Gerechtigkeit ein. Diese Perspektive ist besonders wichtig in Zeiten, in denen soziale Fragen oft hinter wirtschaftlichen Interessen zurücktreten.
Eine besondere Phase war die Zeit der Sanierung von 2017 bis 2021. Der Kirchenkreis hat als größtes Mitglied damals erhebliche Mittel bereitgestellt, um das Werk zukunftsfähig aufzustellen. In dieser Zeit war die Arbeit des Aufsichtsrats stärker operativ geprägt. Gemeinsam mit dem Vorstand und den Leitenden wurden Entscheidungen getroffen, die über die klassische Aufsicht hinausgingen.
Heute ist die Leitung des Werkes auf drei Personen verteilt, was für Stabilität sorgt. Besonders begrüßenswert ist, dass wieder ein Theologe im Vorstand mitwirkt – das stärkt die Verbindung zur kirchlichen Basis. Die Herausforderungen bleiben: Die Zuschussgeber stehen unter Druck, die Mittel sind begrenzt. Dennoch wünsche ich mir, dass das Werk weiterwächst – nicht nur in Zahlen, sondern in seiner Wirkung.
Wenn ich mir für meinen Bereich etwas wünschen dürfte, dann wäre es: Mehr Raum für strategische Entwicklung statt Krisenmanagement.
Und für die nächsten 25 Jahre wünsche ich mir: Dass das Diakonische Werk ein verlässlicher Ort bleibt, an dem Menschen mit Engagement und Sachverstand für andere da sind.
Mein Dank gilt allen ehren- und hauptamtlichen Mitarbeitenden sowie den Verantwortlichen der Mitglieder. Ihr Einsatz trägt wesentlich dazu bei, dass das Werk seine Aufgaben erfüllen kann.
Torsten Hackländer
Vorsitzender Aufsichtsrat

Heike Keßler-Wiertz
Sprecherin des Vorstands
Geschäftsstelle
Reichsweg 30
52068 Aachen

