Aktuelles

EKiR informiert über Presbyteriumswahl und Opfer sexualisierter Gewalt

Sommerpressegespräch im Düsseldorfer Landeskirchenamt - Präses Schneider: Kirche wächst im Jahr der Taufe über sich hinaus

Präses Schneider äußerte sich zum aktuell stattfinden „Jahr der Taufe“. In diesem die verschiedenen Kirchen verbindenden Geschehen mache Gott dem Menschen das Angebot, Schuld zu vergeben und sich des Menschen anzunehmen. Dieses vom Menschen angenommene Angebot führe zur Lebensfreude. Und missionarisch Volkskirche zu sein, wie es sich die Rheinische Kirche programmatisch vorgenommen habe, bedeute in diesem Zusammenhang: Trotz demografischer Veränderungen und damit verbundener rückläufiger Ressourcen besinne sich die Kirche auf den Auftrag Jesu Christi aus dem Taufbefehl und wachse über sich selbst hinaus.

Die durch die großen Kirchen gegenseitig anerkannte Taufe sei die Grundlage des ökumenischen Miteinanders und werde auch beim anstehenden Papstbesuch in Deutschland Thema sein.

Kirche mit Spielraum: Presbyteriumswahl  am 5. Februar 2012

Vizepräsident Christian Drägert stellte einen Mottovorschlag für die im kommenden Frühjahr anstehende Presbyteriumswahl vor. Dieses Motto ist als Angebot für die Kirchengemeinden zu verstehen. In 750 Kirchengemeinden werden 2,4 Millionen Wahlberechtigte aufgerufen, ihre Gemeindeleitung für die kommenden vier Jahre zu wählen. In einem durch Beschlüsse der Landessynode gegenüber der Vergangenheit gestrafften Verfahren beginnt im Herbst die Suche von Kandidatinnen und Kandidaten. Bei der vergangenen Wahl konnte in zwei Dritteln aller rheinischen Gemeinden eine Wahl stattfinden, da ausreichend viele Menschen kandidierten. Der Vizepräsident der EKiR ist zuversichtlich, dass das auch im kommenden Jahr wieder in ähnlicher Weise gelingen wird.

Zur Erhöhung der Wahlbeteiligung wird nach seiner Einschätzung die Vereinfachung der Briefwahl beitragen. Die Landeskirche bietet eine Website mit Informationen <link http: www.presbyteriumswahl.de>www.presbyteriumswahl.de sowie einen Shop mit Werbeartikeln an.

Die Zeit heilt keineswegs alle Wunden - Sexualisierte Gewalt und schwarze Pädagogik

Vizepräses Petra Bosse-Huber informierte über den Stand in Sachen sexualisierte Gewalt und schwarze Pädagogik in der Rheinischen Kirche, der Diakonie und in den der Kirche verbundenen Werken. Es gebe 56 Fälle von sexualisierter Gewalt; 12 Pfarrer und 21 Mitarbeitende in Kirche und Diakonie seien involviert. Dazu kämen 23 Fälle „schwarzer Pädagogik“. Alle Fälle, die zum Teil bis zu 50 Jahren zurückreichten, seien strafrechtlich verjährt. Es gebe aktuell vier Disziplinarverfahren.

Die Rheinische Kirche habe zur Betreuung und Begleitung Betroffener eine Stelle bei der in Düsseldorf ansässigen Evangelischen Hauptstelle für Familien- und Lebensberatung im Rheinland eingerichtet. Diese halbe Stelle ist zunächst bis zum Jahr 2014 befristetet.

Es bestehe die Möglichkeit finanzieller Unterstützung z. B. bei Therapiemaßnahmen, an eine pauschale finanzielle Entschädigung durch die Kirche sei nicht gedacht. In der Kinder- und Jugendarbeit setze man im Blick auf die Ehrenamtlichen auf Prävention und Aufklärung. Entsprechende verpflichtende Fortbildungsmaßnahmen gehörten z. B. zum Programm des Hackhauser Hofes.

Zukunft der Kirche – Diskussionsprozess vor der kommenden Synode

Vizepräsident Christian Drägert erläuterte die Funktion der Regionalkonferenzen, auf denen über Vorlagen zur Personalplanung und zur Verwaltungsstruktur diskutiert werden wird. Sie seien eingerichtet worden, um die Diskussion in Vorbereitung der kommenden Landessynode auf eine breitere Basis zu stellen. Etwa 460 Vertreterinnen und Vertreter aus den Leitungsgremien hätten sich inzwischen angemeldet, um dieses neue Instrument der Meinungsbildung zu nutzen. Bis zur Synode 2012 müsse das Verfahren abgeschlossen sein. Das habe eine frühere Synode so beschlossen.

Möglichkeiten zur Information und zur Beteiligung an der Diskussion werde zusätzlich geboten durch Information auf den entsprechenden Internetseiten und durch Online-Diskussion in Internetforen. Der Präses betonte, dass der Diskussionsprozess durch die Landessynode angestoßen worden sei, es sich also keineswegs um eine „Anordnung von oben“ handele. Dies als "Top-Down-Logik" zu kritisieren, sei eine Diffamierung der Landessynode.

Die Kirche vor Ort als Basis der EKiR müsse handlungsfähig bleiben. Dass Kirchengemeinden ihre Verantwortung auch wirklich wahrnehmen könnten, gelte es abzusichern. 

(Das Internetportal der Landeskirche finden Sie unter <link http: www.ekir.de verwaltungsstruktur>www.ekir.de/verwaltungsstruktur.)

Arbeitslosigkeit: Rat der EKD und Diakonisches Werk kritisieren Politik

Präses Schneider, zugleich Ratsvorsitzender der EKD teilte mit, EKD und Diakonie hätten in großer Übereinstimmung ein Papier zu SBG II (Kürzung der Zuwendung an Langzeitarbeitslose etc.) verabschiedet. Die Kernaussagen seien: 1. Die Entscheidungen zu weiteren Kürzungen im SGB II verstärkten die Entwicklung zu weiterer Ungleichheit in Deutschland. 2. Die quantitative Entspannung am Arbeitsmarkt bringe paradoxerweise eine qualitative Verschärfung der Situation Langzeitarbeitsloser mit sich. Diese Entwicklung sehen EKD und EKiR mit großer Sorge und halten sie für falsch. 3. Eine viel bessere Zusammenarbeit zwischen Jobcentern und Jugendämtern sei erforderlich. Eine Rücknahme begleitender Maßnahmen (Sozialpychologische Hilfestellungen, Entschuldung, Jugendberufshilfe etc.) sei nicht der richtige Weg.

Bildung: Unverzichtbarer Bestandteil der Kirche

Präses Schneider machte auf Nachfrage deutlich: Bildung –Thema auf der Landessynode 2012- bleibt ein vordringliches Betätigungsfeld der Evangelischen Kirche im Rheinland! Bildung sei eine der Schlüsselaktivitäten in unserer Gesellschaft, um am gesellschaftlichen Leben Anteil zu haben und sich aus Armut und Benachteiligung befreien zu können. Viele Kirchengemeinden unternähmen gewaltige Anstrengungen im Bereich ihrer Kindertagesstätten. Das Ziel der EKiR sei es, alle in ihrer Trägerschaft befindlichen Schulen zu halten. Dieses sei aber nicht aus eigenen Kräften (Kirchensteuermittel) zu schaffen, sodass man andere Finanzierungsformen finden müsse, woran heftig gearbeitet werde. Im übrigen sei natürlich auch dieser Bereich der Spardiskussion nicht entnommen.      Johannes de Kleine

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