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„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“

Wort zum Krieg in der Ukraine - Von Superintendent Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff

„Krieg soll nach Gottes Willen nicht sein“ – die klare Botschaft der 1. Vollversammlung des Weltkirchenrates in Amsterdam 1948 hat nichts von ihrer Gültigkeit verloren. Damals hatten alle Beteiligten die Schrecken und das Ausmaß an Leid und Zerstörung durch den Zweiten Weltkrieg persönlich vor Augen.
Wir erleben nun in Europa erneut, dass ein Krieg entfacht wurde, um machtpolitische Ziele durchzusetzen. Information und Propaganda sind immer schwerer voneinander zu trennen. Vorgegebene Ziele und tatsächliche Motivationen verbinden sich zu einem unentwirrbaren Knäuel.
Welche Aufgabe haben wir als Kirche in dieser Situation? Zunächst haben wir wie alle anderen auch die Verpflichtung kritisch und wach hinzuschauen und die weitere Entwicklung zu verfolgen. Wir haben in der aktuellen kriegerischen Auseinandersetzung keine eigenen Lösungswege.

Christliches Welt- und Menschenbild

Wir haben aber von unserem christlichen Welt- und Menschenbild her die Verantwortung, uns in der aktuellen Lage für ein gesellschaftliches und politisches Klima einzusetzen, in dem eine Politik möglich bleibt und wird, die das Zusammenleben und Weiterleben der Menschen im Krisengebiet und in Europa in Frieden, Gerechtigkeit und Bewahrung der Schöpfung sichert.  

Auf dem Weg des gerechten Friedens bleiben

Wir bleiben als Kirche auf dem Weg des gerechten Friedens dem Weg der Verständigung, der Überwindung von Gewalt und dem Interessensausgleich verpflichtet. Der Weg der Eskalation, der Nationalisierung und des Rassismus schafft keine Sicherheit. 
Damit widerstehen wir den Versuchen einer Ideologisierung, einer weiteren Zuspitzung und Eskalation dieses Konfliktes. Der Weg der Propaganda kann nicht unser Weg sein. Nicht eine eigene Bewertung der militärischen und politischen Lage ist das, was Kirche jetzt beizutragen hat, wohl aber das ihr aufgetragene Friedenszeugnis einzubringen in den politischen und gesellschaftlichen Diskurs.
Insbesondere ist es unsere Christenpflicht die Stimme für die Opfer jeder kriegerischen Handlung zu erheben und aus ehrlicher Sorge die Gewissen zu schärfen. Die diplomatischen und politischen Bemühungen dürfen nicht nachlassen. Wir denken – auch im Gebet – an die Leidtragenden und an alle die, die jetzt politisch und militärisch Verantwortung tragen und Entscheidungen treffen und ausführen müssen.

 

Fürbitte und Tatkraft

An vielen Orten in unseren Gemeinden und Kirchen versammeln sich Christinnen und Christen zu Gottesdienst und  Fürbitte für die Kriegsopfer und ihr Leiden. Zugleich sind wir alle gemeinsam zu tatkräftiger Hilfe und  diakonischer Unterstützung für die betroffenen Menschen herausgefordert.  
Beides brauchen wir: das Beten und das Tun des jetzt Notwendenden. 

Pfarrer Hans-Peter Bruckhoff
Superintendent im Evangelischen Kirchenkreis Aachen

 

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